21. Festival 2011

Hauptprogramm

Donnerstag 10. Nov. // 19.30 – 20.15 Uhr
Freitag 11. Nov. // 22.00 – 22.45 Uhr
Werk 2 / Halle D

Israel Galván, Sevilla


»Solo«   (Videoausschnitt  )

Flamenco



Choreografie und Tanz:

Israel Galván

Am 11. Nov., 17.00 Uhr wird der Film »Israel Galván – Ein andalusischer Tänzer« von Maria Reggiani, Paris, gezeigt.
Einführung: Thomas Hahn, Journalist, Paris



»Tonstörung« – Störung des Klischees durch Konzentration auf das Wesentliche. Der spanische Tänzer Israel Galván ist in seiner Welt ein Forscher, dem es darum geht, den Kern des Flamenco zu entdecken, sein Wesen sicht- und fühlbar zu machen. Galváns Mittel ist die Dekonstruktion der klassischen Elemente des Flamenco. Er erklärt ihn zur abstrakten Kunst und erhält dennoch dessen Seele, indem er ihn auf seine Wurzeln zurückführt.

In »Solo« verzichtet er auf Musiker, Sänger und Bühnenbild und setzt als einziges Mittel seinen Körper ein. Über diese Reduktion auf das Wesentliche, seine leidenschaftliche, konzentrierte Auseinandersetzung erschafft Galván einen modernen Stil, der gleichwohl tief im Ursprünglichen dieser Kunstform begründet liegt.

Israel Galván, 1973 im andalusischen Sevilla geboren, wuchs in der Tradition des Flamenco auf. Er lernte bereits als Kind von seinem Vater, dem Tänzer José Galván, und von seiner Mutter Eugenia de los Reyes. 1994 tanzte er in der Compañía Andaluza de Danza unter der Leitung von Mario Maya. Mit der Gründung seiner eigenen Compagnie 1998 begann seine Karriere als risikofreudiger Modernisierer des Flamenco. Seitdem hat er bereits sämtliche Preise gewonnen, die im Bereich dieser Kunstform zu vergeben sind, darunter den Giradillo-Preis der Flamenco-Biennale in Sevilla und den spanischen Premio Nacional de Danza.

Zu seinen Produktionen gehören »La edad de oro« (»Das goldene Zeitalter«, 2005) und »Tábula Rasa« (2006), mit denen er in die ganze Welt eingeladen wurde. Bisheriger Höhepunkt war die Uraufführung seiner großen Produktion »El final de este estado de cosas, redux« (»Das Ende dieses Zustands der Dinge, redux«) beim Festival d'Avignon 2009 mit Anspielungen auf Themen wie Krieg und Tod.


»Er ist verführerisch, ohne sich darum zu bemühen, und wenn es das ist, wofür der neue Flamenco steht, dann beherrscht er ihn« (Gia Kourlas, The New York Times, 19.06.2008).


Uraufführung: 31.05.2007, Cinémathèque française de la danse, Paris
Kontakt: www.anegro.net
Produktion und Vertrieb: A Negro Producciones, Sevilla / Aurora Limburg
Das Gastspiel in Leipzig erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch die Botschaft von Spanien, Berlin.