20. Festival 2010

Hauptprogramm

Freitag 05. Nov. // 19.30 – 21.15 Uhr
Samstag 06. Nov. // 19.30 – 21.15 Uhr
Peterskirche

Compagnie Pippo Delbono, Modena


»La menzogna«

(»Die Lüge«)   (Videoausschnitt  )

Theaterstück
Deutschlandpremiere



Konzeption, Text und Inszenierung:

Pippo Delbono

Bühnenbild:

Pippo Delbono, Claude Santerre

Kostüme:

Antonella Cannarozzi

Musikcollage:

Angelo Colonna

Lichtdesign:

Robert John Resteghini

Darsteller:

Dolly Albertin, Raffaella Banchelli, Antonella De Sarno, Lucia Della Ferrera, Ilaria Distante, Julia Morawietz, Grazia Spinella, Gianluca Ballarè, Bobò, Pippo Delbono, Claudio Gasparotto, Gustavo Giacosa, Simone Goggiano, Mario Intruglio, Nelson Lariccia,Gianni Parenti, Mr. Puma, Pepe Robledo

In italienischer Sprache mit deutscher Übertitelung

Im Anschluss an beide Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch statt.
Moderation: Dr. Martina Bako, Leipzig

Am 07. Nov., 14.30 Uhr, wird der Film »La paura« von Pippo Delbono gezeigt.
Gespräch mit Pippo Delbono: Dr. Martina Bako



Männer und Frauen kommen in eine Fabrik, stellen ihr Fahrrad ab, ziehen ihre Arbeitskleidung an oder aus, bevor die Schicht beginnt oder sie nach Hause gehen. Was wie ein Stück Dokumentartheater beginnt, entwickelt sich zu einer opulenten Schau voller Poesie und Pathos, zu einer Mixtur aus Sprech- und Tanztheater, politischem Kabarett und Burleske.

»Spurensuche« – Ausgangspunkt für »La menzogna« (»Die Lüge«) ist ein Feuerunglück in dem Turiner ThyssenKrupp-Werk, bei dem in der Nacht zum 06. Dezember 2007 sieben Arbeiter verbrannten. Die Feuerlöscher waren leer und die Notfalltelefone kaputt. Ganz Italien war in Aufruhr.

Pippo Delbono, geboren 1959 in dem Seebad Varazze bei Genua, ist Autor, Schauspieler und Regisseur. 1986 gründete er seine Compagnie, zu der Schauspieler, Tänzer und Sänger ebenso gehören wie frühere Obdachlose, Straßenkünstler und Behinderte. Delbonos Stücke üben brachiale Kapitalismuskritik. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen »Urlo« (»Geschrei«, 2004), »Questo buio feroce« (»Diese grausame Finsternis«, 2006).


»Auf der Bühne findet man die Menschenliebe wieder, welche die Produktionen des Italieners stets begleitet: Berufsschauspieler und Menschen wie der am Down-Syndrom leidende Gianluca oder der mikrozephale Bobò, der 45 Jahre lang eingewiesen war und dank Pippo, der ihn aus der Irrenanstalt heraus brachte, zu einem der schönsten Menschen geworden ist, den es zu sehen gibt« (Brigitte Salino, Le Monde, Paris, 23.07.2009).


Uraufführung: 21.10.2008, Fonderie Limone, Teatro Stabile di Torino, Turin

Kontakt: www.pippodelbono.it

Produktion: Emilia Romagna Teatro Fondazione / Fondazione del Teatro Stabile di Torino, Turin / Teatro di Roma / Théâtre du Rond-Point, Paris / Maison de la Culture d'Amiens / Malta Festival, Poznań.

Das Gastspiel in Leipzig erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Istituto Italiano di Cultura, Berlin.