18. Festival 2008

Hauptprogramm


Samstag 08. Nov. // 17.00 – 18.00 Uhr
Sonntag 09. Nov. // 17.00 – 18.00 Uhr
Schaubühne Lindenfels

Centre chorégraphique national d’Orléans / Josef Nadj


»Journal d’un inconnu«
(»Tagebuch eines Unbekannten«)    (Videoausschnitt  )

Tanzsolo
Deutschlandpremiere



Choreografie:

Josef Nadj nach seinem Tagebuch und Gedichten von Ottó Tolnai

Musik:

Schlagzeugmusik aus Äthiopien, Akira Sakata,
traditionelle Musik aus Ungarn, Rumänien und Mexiko

Szenografie:

Josef Nadj, Rémi Nicolas

Bühnenbild:

Michel Tardif

Malerei des Bühnenbilds:

 

Jacqueline Bosson

Kostüme:

 

Bjanka Ursulov

Video:

 

Thierry Thibaudeau

Lichtdesign:

 

Rémi Nicolas

Tänzer:

 

Josef Nadj

Zu Josef Nadj siehe auch Werkschau Josef Nadj, »Entracte« und »Woyzeck« sowie Ausstellung und Filme



Es ist Nacht. Es regnet. Ein einsamer Mann, der eher etwas von einem verlorenen großen Jungen hat, schlendert durch verschiedene, spärlich eingerichtete Wohnungen. Er spielt, aber ist dabei nicht fröhlich, er tanzt, aber die Gliedmaßen gehorchen ihm nicht. Er baut und erschafft, aber zerstört und bestattet auch. Das Spiel ist eingebettet in die Elegie und Schönheit ungarischer und anderer Volksweisen.

Josef Nadj führt ein Selbstgespräch, das von der existenziellen Verwirrung zweier seiner Freunde, die sich das Leben genommen haben, von einem dritten, der verrückt wurde, und aus seiner jugoslawischen Vergangenheit erzählt. Nadjs Bewegungen durchstöbern das Unterbewusstsein der menschlichen Seele. Dazu gehört auch das verständnissinnige Lächeln, diese katastrophale Komik zwischen Freude und existenzieller Hoffnungslosigkeit.

»Journal d’un inconnu« (»Tagebuch eines Unbekannten«) ist das erste Solo von Josef Nadj. Es wurde inspiriert von eigenen Tagebuchaufzeichnungen und Gedichten des ungarischen Dichters Ottó Tolnai, geboren 1940, der – wie Josef Nadj – ebenfalls aus der Region Vojvodina stammt. Josef Nadj widmet sich einem Unbekannten, der uns als Marionette seiner eigenen Gespenster durch eine Folge hypnotischer Bilder von Schmerz und einer nicht zu unterdrückenden Lebenslust führt.


»Nach 15 Jahren Arbeit wagt Josef Nadj das Risiko eines Tanzsolos … Fast in Trance (Nadj stürzt so tief in sich selbst, dass man fürchtet, er würde nicht zurückkehren) zieht er wie ein Märchenerzähler an dem wirren Knäuel seiner Identität und bietet den Zuschauern an, sein Spiel am Rand des Abgrunds zu teilen« (Rosita Boisseau, Le Monde, Paris, 24.12.2002).


Uraufführung: 06.06.2002, La Biennale di Venezia, Venedig

Internetseite der Compagnie: www.josefnadj.com

Management: Martine Dionisio

Produktion: Centre chorégraphique national d’Orléans / Théâtre de la Ville, Paris / La Biennale di Venezia, Venedig

Das Centre chorégraphique national d’Orléans wird unterstützt durch Kultur- und Kommunikationsministerium – D.M.D.T.S. – D.R.A.C. Zentrum / Stadt Orléans / Regionalrat Zentrum / Generalrat Loiret. Es es erhält Unterstützung durch CULTURESFRANCE, Paris, für seine Auslandstourneen.

Das Gastspiel in Leipzig erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Französische Botschaft & Bureau du Théâtre et de la Danse, Berlin / CULTURESFRANCE, Paris / Institut français de Leipzig.