18. Festival 2008

Hauptprogramm


Donnerstag 06. Nov. // 19.30 – 20.30 Uhr
Freitag 07. Nov. // 19.30 – 20.30 Uhr
Theater der Jungen Welt

Centre chorégraphique national d’Orléans / Josef Nadj


»Woyzeck – ou L’ébauche du vertige«
(»Woyzeck – oder Der Entwurf des Taumels«)   (Videoausschnitt  )

Tanzstück nach Georg Büchner



Choreografie:

Josef Nadj

Musik:

Aladar Racz

Lichtdesign:

Raymond Blot

Tänzer:

Henrieta Varga, Guillaume Bertrand, Istvan Bickei, Denes Debrei, Samuel Dutertre, Peter Gemza, Josef Nadj

Im Anschluss an die Vorstellung am 07. Nov. findet ein Publikumsgespräch statt.
Moderation: Nele Hertling, Vizepräsidentin der Akademie der Künste, Berlin, und ehemalige Intendantin des Hebbel-Theaters Berlin

Zu Josef Nadj siehe auch Werkschau Josef Nadj, »Entracte« und »Journal d’un inconnu« sowie Ausstellung und Filme

Am 05. Nov., 17.00 Uhr, wird der Film »Woyzeck« von Werner Herzog gezeigt.



Sieben schmutzige Kreaturen erwachen in einem spärlich beleuchteten Raum zum Leben. Ein rastloses Tätigsein um Fragen der menschlichen Natur, um Schicksal und Wahnsinn spielt hier auf einer Art Puppenbühne. Ein Feuerwerk an Einfallsreichtum, einfachste Bewegungen und burleske Momente bis hin zum Witz zeigen den Soldaten Woyzeck, den die Untreue seiner Frau Marie zum Mord treibt. Der im Original bleischwere Himmel des Vormärz in Deutschland wird durch eine ins Absurde gesteigerte Theatersprache stilisiert, deren außergewöhnliche Form die Choreografie zu einem Kultstück des französischen Theaters gemacht hat.

»Woyzeck – ou L’ébauche du vertige« (»Woyzeck – oder Der Entwurf des Taumels«) beruht auf dem unvollendet gebliebenen Bühnenfragment von Georg Büchner (1813-37) nach einer wahren Begebenheit: dem Mord des Leipziger Perückenmachers Johann Christian Woyzeck an seiner untreuen Geliebten, wofür er 1824 in Leipzigs letzter öffentlicher Hinrichtung auf dem Markt geköpft wurde. Büchners »Woyzeck« gehört zu den meistinszenierten Dramen der deutschen Literatur, und Alban Berg schuf mit seiner gleichnamigen Oper (Berlin 1925) eines der wichtigsten musikalischen Bühnenwerke des 20. Jahrhunderts.

Das Stück, inzwischen über 200 Mal in zahlreichen Ländern gespielt, gewann den ersten Publikumspreis des 32. BITEF Festivals 1998 in Belgrad und die »Goldene Maske« in Moskau als beste in Russland gezeigte ausländische Aufführung des Jahres 2002.


»Eine strahlende, verhängnisvolle Choreografie. Nicht ein Satz wird gesprochen. Alles ist gesagt. Man wohnt verwirrt und gehorsam einer grausamen Zeremonie bei, die in ihrem wütenden Vorgang großartig verläuft« (Frédéric Ferney, Le Figaro, Paris, 19.07.1997).


Uraufführung: 22.03.1994, Théâtre national de Bretagne, Rennes / Neufassung 1996

Internetseite der Compagnie: www.josefnadj.com

Management: Martine Dionisio

Produktion: Théâtre national de Bretagne, Rennes / Centre chorégraphique national d’Orléans

Das Centre chorégraphique national d’Orléans wird unterstützt durch Kultur- und Kommunikationsministerium – D.M.D.T.S. – D.R.A.C. Zentrum / Stadt Orléans / Regionalrat Zentrum / Generalrat Loiret. Es es erhält Unterstützung durch CULTURESFRANCE, Paris, für seine Auslandstourneen.

Das Gastspiel in Leipzig erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Französische Botschaft & Bureau du Théâtre et de la Danse, Berlin / CULTURESFRANCE, Paris / Institut français de Leipzig.