16. Festival 2006

Hauptprogramm


Samstag 11. Nov. // 19.30 – 21.15 Uhr
Sonntag 12. Nov. // 19.30 – 21.15 Uhr
Schauspielhaus / Schauspiel Leipzig

Festivalabschluss

Alain Platel / Les Ballets C. de la B., Gent


»vsprs«

Tanz-Musik-Theater



Konzept und Inszenierung:

Alain Platel

Musik:

Fabrizio Cassol in Zusammenarbeit mit Wim Becu und Tcha Limberger nach Claudio Monteverdi »Vespro della Beata Vergine« (»Marienvesper«)

Bühnenbild:

Peter De Blieck

Kostüme:

Lies Van Assche

Lichtdesign:

Carlo Bourguignon

Technische Leitung:

Jan Mergaert

Tänzer:

Lisi Estaràs, Iona Kewney, Mélanie Lomoff, Rosalba Torres Guerrero, Quan Bui Ngoc, Mathieu Desseigne Ravel, Emile Josse, Samuel Lefeuvre, Ross McCormack, Hyo Seung Ye, Elie Tass

Sängerin:

Cristina Zavalloni, Sopran

Musiker:

Wim Becu, Fabrizio Cassol, Vilmos Csikos, Stéphane Galland, Michel Hatzigeorgiou, Tcha Limberger, Doron Sherwin, Caroline Van Dyck, Simen Van Mechelen

Im Anschluss an beide Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch statt.
Moderation: Heike Schwarzer, Journalistin, Dresden

Am 10. Nov., 16.00 Uhr, Festivalcafé, wird der Film »Les Ballets de ci de là« von Alain Platel gezeigt. Im Anschluss: Gespräch mit Alain Platel

Kostenloser Bus-Shuttle: 11. Nov. im Anschluss an die Vorstellung
Schauspielhaus / Ecke Dittrichring (Abfahrt 21.25 Uhr) zu Schaubühne Lindenfels und Werk II



Eine Gruppe von Menschen ist zu einem Wallfahrtsort gekommen und versucht, den verwunschenen Zauberberg zu bezwingen. Erst als alle zusammen hinaufsteigen, schaffen sie es bis zum Gipfel. Eine Prozession – auf Baumwollfetzen und Unterhosen. Religiöse Hingabe und menschliche, pathologische Eigenarten werden ergreifend zelebriert. Der »Vesper« sind die Vokale abhanden gekommen und die himmlische Erlösungsvision wurde zum menschlichen Krüppel.

Der belgische Choreograf Alain Platel wählte die »Marienvesper« (1610) von Claudio Monteverdi (1567-1643) zum Ausgangspunkt seines Stücks. Der Italiener Fabrizio Cassol hat aus der sakralen Komposition mit seinem Jazztrio Aka Moon, einem Barockensemble und Zigeunermusikern einen ungewöhnlichen Klang erarbeitet. »vsprs« stellt das Ergebnis Platels intensiver Zusammenarbeit mit Tänzern aus zahlreichen Ländern dar und verleiht den Ausgegrenzten eine Stimme. Das Stück ist abstrakter als seine bisherigen Arbeiten, die auf menschlich berührende Art in aller Welt begeisterten.

Alain Platel, geboren 1956 in Gent, gründete 1986 die Compagnie Les Ballet C. de la B. und ist einer der bedeutendsten Choreografen unserer Zeit. Bei der euro-scene Leipzig war er bisher mit vier Stücken zu Gast: »La Tristeza cómplice« (»Die Traurigkeit teilen«, 1996), »Bernadetje« (1997), »Iets op Bach« (»Kleinigkeiten zu Bach«, 1998) und »Allemaal Indiaan« (»Jedermann ist ein Indianer«, 2000).


»Die letzten zwanzig Minuten, die Ziel und Schlüssel der Aufführung sind, lassen sich mit nichts vergleichen, was man im Theater kennt … Es gibt kein Theater, das einen emotional mehr durchrüttelt als das von Alain Platel in solchen Momenten« (Renate Klett, ballet-tanz, Berlin, April 2006).


Uraufführung: 16.02.2006, Théâtre de la Ville, Paris

Internetseiten der Compagnie: www.fransbrood.com

Produktion: Les Ballets C. de la B., Koproduktion : KunstenFESTIVALdesArts – La Monnaie (De Munt), Brüssel / Grand Théâtre de Luxembourg / RUHRtriennale – Kunststiftung NRW / Staatsoper Unter den Linden, Berlin / TorinoDanza / Holland Festival, Amsterdam / Sadler’s Wells, London

»vsprs« ist offizieller Beitrag des Kunst- und Kulturprogramms zur FIFA WM 2006™.

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Ministerie van de Vlaamse Gemeenschap, Brüssel.