16. Festival 2006

Hauptprogramm


Freitag 10. Nov. // 22.00 – 23.00 Uhr
Samstag 11. Nov. // 17.00 – 18.00 Uhr
Kellertheater der Oper Leipzig

Micro Oper München


»Cage Up 2«

John Cage-Performance



Konzeption:

Cornelia Melián, Sabine Liebner

Bühnenbild und Kostüme:

Micro Oper München

Lichtdesign:

Axel Tangerding

Sängerin:

Cornelia Melián, Sopran

Pianistin:

Sabine Liebner

Im Anschluss an beide Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch statt.
Moderation: Axel Tangerding, Direktor Meta Theater München



Ganz im Ernst und hoch konzentriert zupfen die beiden Frauen ihr Duett mit den Stacheln der Kakteen. Die Arie wird eher miaut und gebellt, gehustet und gestöhnt als gesungen und geträllert. Selbst der gewöhnliche Flügel ist präpariert und klingt irgendwie anders als sonst. Wen wundert es da noch, dass das restliche Instrumentarium aus einem Gurkenhobel, einer Schreibmaschine und ähnlich abstrusen Dingen besteht.

»Cage Up 2« ist ein kalkuliertes Spiel aus Musik und Lautgeräuschen, Verklingen und Verstummen, theatralem Witz und skurriler Banalität. Es stellt eine Hommage an den amerikanischen Komponisten John Cage (1912-92) dar, der wie kaum ein anderer Einfluss auf die Kunstproduktion der 50er Jahre im musikalischen, darstellerischen und visuellen Bereich genommen hat. »Cage Up 2« basiert auf dem Liederzyklus »Song Books« (1958-70) und holt John Cage, ein Hauptvertreter der experimentellen Musik, in einer Mischung aus Cabaret und seriösem Konzert in die Gegenwart.

Die Micro Oper wurde 1991 von Cornelia Melián und Sabine Liebner gegründet und stellt ein Labor für zeitgenössische interdisziplinäre Musikversuche dar. Man arbeitet sowohl mit Solisten aus der experimentellen Musikszene als auch mit Bildenden Künstlern zusammen. Mit den Stücken »Der Schmutz« (1996), »VEX – eine Medienoper« (1999) und »Ariadne« (2004) gastierten die beiden Künstlerinnen u. a. zur Münchner Musik Biennale, zu den Ludwigsburger Schlossfestspielen und auf Kampnagel, Hamburg.


»›Cage Up‹ – das klingt nicht nur nach dem Komponisten gleichen Namens, sondern auch nach Ketchup. Und wenn man darunter eine Würzmischung versteht, nicht eine alles vereinheitlichende Tomatensoße, dann trifft das die Performance von Cornelia Melián und Sabine Liebner … Denn der theatralische Witz und das perfekte Timing des 60minüten Abends … verdichtet sich immer mehr zu einem exzellenten, mehrgängigen Menu« (Klaus Kalchschmid, Süddeutsche Zeitung, München, 20.09.2005).


Uraufführung: 26.11.2004, Tuchfabrik, Trier

Internetseiten der Compagnie: www.meta-theater.com

Produktion: Meta Theater München