15. Festival 2005

Hauptprogramm


Mittwoch 02. Nov. // 22.00 – 23.30 Uhr
Donnerstag 03. Nov. // 19.30 – 21.00 Uhr
Peterskirche

Victoria, Gent


»White Star«

Theater-Tanz-Stück



Konzept:

Vanessa Van Durme

Inszenierung:

Lies Pauwels

Musik:

Johan Pycke

Bühnenbild:

Pol Heyvaert

Kostüme:

An De Mol

Lichtdesign:

Stefaan Deldaele

Technische Leitung:

Carl Gyde

Darsteller:

Fred Debrock, Simon Dhanens, Jordi Gali, Jef Ravelingien, Wim Rigelle, Karlijn Sileghem, Einat Tuchman, Jean-Benoît Ugeux, Vanessa Van Durme, Arno Reyns

In flämischer, französischer und englischer Sprache mit deutscher Übertitelung

Im Anschluss an beide Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch statt.
Moderation: Klemens Wannenmacher, Regisseur und Programmkoordinator, Rotterdam

Kostenloser Bus-Shuttle im Anschluss (Abfahrt 21.15 Uhr) sowie nach dem Publikumsgespräch (Abfahrt 21.45 Uhr) zur Neuen Szene und zur Schaubühne Lindenfels



Der Schauplatz erinnert an einen hippen und gleichzeitig sterilen Club. Menschen der Randgruppen sind gesellschaftlichen Anpassungen und Zwängen ausgesetzt. Jede der Figuren wäre gern eine andere. Alle fühlen sich als Opfer. Sie fügen Leid zu, weil ihnen Leid zugefügt wird.

»White Star« basiert auf der sonderbaren Lebensgeschichte von Lothar Berfelde (1928-2002), der in Berlin/Mahlsdorf geboren wurde und als Jugendlicher die Entscheidung fällte, als Frau unter dem Namen Charlotte von Mahlsdorf leben zu wollen. Das Stück ist keine dramatisierte Biografie, sondern erzählt von Menschen, die behindert, entstellt oder ganz einfach von der »Norm« abweichen und darum kämpfen, akzeptiert zu werden.

Das Stück fußt auf einer Idee der transsexuellen Autorin und Schauspielerin Vanessa Van Durme und wurde von Lies Pauwels, geboren 1968 in Gent, auf die Bühne gebracht. »White Star« ist nach »Club Astrid«, 2002 bei der euro-scene Leipzig gezeigt, ihre zweite Arbeit als Regisseurin. Sie spielte, wie auch Van Durme, in der Victoria-Produktion »Allemaal Indiaan« (»Jedermann ist ein Indianer«) mit. »White Star« erhielt im Mai 2005 den großen Jurypreis des Festivals »KONTAKT« in Torun/Polen.

Die Compagnie Victoria, 1992 in Gent gegründet, ist eine Produktionsstätte für experimentelles Theater und versammelte im Lauf der Jahre sehr bedeutende Theatermacher um sich. Dazu gehörten neben Jérôme Bel vor allem auch Arne Sierens und Alain Platel, deren Stücke »Bernadetje« (1997) und, in Zusammenarbeit mit Les Ballets C. de la B., »Allemaal Indiaan« (2000) bei der euro-scene Leipzig zu sehen waren.


»Ein bewegtes und bewegendes Panoptikum menschlicher Sehnsüchte und Hässlichkeiten, ein rasantes Zusammenspiel von Theater und Tanz, dessen Thema mit unzimperlichen künstlerischen Präzisierungen berührt und besticht« (Monika Burri, Tages-Anzeiger, Zürich 22.10.2004).


Uraufführung: 21.02.2004, Gent

Produktion: Victoria, Nieuwpoorttheater/Gent, La Rose des Vents/Villeneuve d’Ascq

Internetseiten der Compagnie: www.victoria.be

Das Gastspiel in Leipzig erfolgt mit freundlicher Unterstützung des Ministerie van de Vlaamse Gemeenschap – Flämische Regierung, Brüssel.