15. Festival 2005

Hauptprogramm


Samstag 05. Nov. // 22.00 – 23.30 Uhr
Sonntag 06. Nov. // 17.00 – 18.30 Uhr
Schaubühne Lindenfels

La Strada, Sofia


»Commedia del servitore«
(»Komödie des Dieners«)

Theaterstück nach Goldoni, Molière und Cervantes

Deutschlandpremiere 



Inszenierung:

Stefan Moskov

Dramaturgie:

Natasha Kurteva

Komposition und Musiker:

Antoni Donchev

Kostüme:

Svila Velichkova

Lichtdesign:

Dimitar Penkov

Technische Leitung:

Margarita Bakardzhieva

Darsteller:

Vyara Kolarova, Stefaniya Koleva, Adriyana Naydenova, Maya Novosselsska-Moskova, Nikola Dodov, Kamen Donev, Hristo Garbov, Nencho Ilchev, Borislav Stoilov, Valentin Tanev, Stefan Valdobrev

In bulgarischer Sprache mit deutscher Übertitelung



Ein Ritter sitzt auf einer drahtigen Pferdeattrappe, die nach Slapstick-Manier immer wieder umfällt, wenn er zur Waffe greift. Die Darsteller reden in Sprechblasen und zwar in der Sprache, die gerade passt – Befehle auf Deutsch, Tee trinken auf Englisch. Groteskes Weinen verbindet sich melodisch mit der Musik.

»Commedia del servitore« (ital. = »Komödie des Dieners«) ist ein Potpourri aus Clownerie, Theater, Jazz und bildender Kunst. Diese glutvolle Mischung aus Gesellschaftsbeschreibung und Persiflage verbreitet eine zauberhafte Leichtigkeit. Die drei Episoden gehen zurück auf Werke der Weltliteratur: »Der Diener zweier Herren« von Carlo Goldoni, »Dom Juan« von Jean-Baptiste Molière (auch bekannt durch die Oper »Don Giovanni« von Wolfgang Amadeus Mozart) und »Don Quijote« von Miguel Cervantes. Allen gemeinsam ist das Verhältnis zwischen Herr und Diener.

Bei allem Humor nimmt der Regisseur Stefan Moskov auch die Mentalität seiner bulgarischen Landsleute aufs Korn, die sich im Laufe der Geschichte oft gern in der Rolle des Opfers bzw. Dieners sehen – und sich dabei, der Verantwortung entziehend, gar nicht so unwohl fühlen. »Commedia del servitore« gastierte in zahlreichen Ländern und feierte auch beim Festival d’Avignon 2002 Triumphe.

Stefan Moskov, geboren 1960 in Sofia, hat nach einer Regieausbildung in seiner Heimatstadt zunächst in tiefster bulgarischer Provinz, in Tolbuchin, inszeniert. 1991 gründete er mit dem Architekten Plamen Timev La Strada, das erste Privattheater Bulgariens, benannt nach dem Film seines Lieblingsregisseurs Federico Fellini. Moskov inszeniert seit 1994 mit großem Erfolg auch an deutschen Bühnen, so z. B. »Schwanengesänge« nach Anton Tschechow am Düsseldorfer Schauspielhaus (1995). Bei der euro-scene Leipzig war La Strada 1998 mit »Marmelade – Jam Session« zu Gast.


Uraufführung: 30.03.2001, Sofia

Emailadresse der Compagnie: dodov@mail.orbitel.bg

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts, München.