14. Festival 2004

Rahmenprogramm


Samstag 13. Nov. // 14.00 – ca. 16.30 Uhr
Eintritt frei
Schauspielhaus / Horch und Guck

M. K. Čiurlionis

Zwei Filme über den litauischen Komponisten und Maler

Deutschlandpremieren

Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911)


Einführung und Gespräch Rasa Andriusyte-Zukiene, Universität Kaunas
Moderation Claas Danielsen, Direktor Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm



Teil I: 14.00 – 15.00 Uhr

»Die Welt – eine große Sinfonie«
(»Pasauli Vaizduojuos Kaip Didele Simfonija«)

Leben und Werk von M. K. Čiurlionis
Dokumentarfilm von Robertas Verba

1975 // Farbe // Litauisch mit englischen Untertiteln // 50 Minuten


Teil II: 15.00 – ca. 16.30 Uhr

»Tierkreiszeichen« (»Zodiakas«)

Film von Jonas Vaitkus

Darsteller: Maja Plissetzkaja, Grigorij Gladij, Pr. Piaulokos

1985 // 1991 Erstaufführung der ungekürzten Fassung
Farbe // Litauisch mit englischen Untertiteln // 70 Minuten


Mikalojus Konstantinas Čiurlionis (1875-1911) hat sowohl die Musik als auch die Malerei Litauens bis heute entscheidend geprägt. Etwa 250 Kompositionen und 300 Gemälde sind von ihm überliefert, und zu Lebzeiten hatte er als Komponist, im Stil etwa ähnlich Debussy und Rachmaninov, mehr Erfolg denn als Maler und hinterließ die ersten Sinfonien und Kammermusiken der litauischen Musik.

Heute jedoch wirkt sein Malstil so einzigartig, dass er in einem Atemzug mit den ganz Großen seiner Zeit genannt werden müsste. Doch seine Bilder hängen in Kaunas, fernab der europäischen Metropolen. Zudem wurden sie auf so empfindliches Papier gemalt, dass sie nur selten ausgeliehen werden. Die Thematik der Gemälde beruht auf Mystik, Natur und Kultur Litauens. Čiurlionis legte sie bewusst als musikalische Sätze an und schuf Bilderzyklen, so das Triptychon »Sommer« (1907), die »Pyramidensonate« (1909) und den 12teiligen Zyklus »Tierkreiszeichen« (1906).

»Tierkreiszeichen« ist ein Film über Čiurlionis von Jonas Vaitkus, in dem Maja Plissetzkaja, eine der berühmtesten Primaballerinen des 20. Jahrhunderts, die Hauptrolle spielt. Sie setzte durch, dass der Film nach mehreren Verboten und Änderungen 1985 schließlich doch aufgeführt werden durfte. Als Litauen bis 1991 Teil der Sowjetunion war, wurde Ciurlionis in seinem Symbolismus weitgehend totgeschwiegen. Als Einstieg zu Čiurlionis’ Leben und Werk wird ein Dokumentarfilm vorangestellt.

Čiurlionis in Leipzig

Vom Oktober 1901 bis Juli 1902 studierte Čiurlionis am Leipziger Konservatorium für Musik Komposition, Instrumentation und Kontrapunkt. Außerdem hörte er Vorlesungen in Ästhetik, Geschichte und Philosophie an der Universität. Er besuchte Aufführungen im Gewandhaus und Theater, arbeitete im Museum und in der Bibliothek des Peters-Verlages. Mit einem Diplom des Leipziger Konservatoriums kehrte er nach Warschau zurück.


Tipps zu Kaunas

Flughafen Vilnius, dann Zugfahrt ca. eineinhalb Stunden. Staatliches Kunstmuseum M. K. Čiurlionis (Vylstybinis M. K. Čiurlionio Daile˙s Muziejus) am Platz der Einheit (Vienybes aikste), Montag Ruhetag, ca. 80 Bilder in wechselnder Zusammensetzung, außerdem Ausstellung über Leben und Werk, Möglichkeit zum Anhören von Musik und Bibliothek