13. Festival 2003

Pressemitteilungen


Pressemitteilung – 23.09.2003

euro-scene Leipzig

13. Festival zeitgenössischen europäischen Theaters

04. – 09. November 2003
(Prolog: 01. – 03. November 2003)

»Die Liebe = Chance der Unmöglichkeit«


Die euro-scene Leipzig findet vom 04. bis 09. November 2003 zum 13. Mal statt.

Das Festival zeitgenössischen europäischen Theaters bringt alljährlich im November experimentelle, professionelle Tanz- und Theaterproduktionen nach Leipzig. In diesem Jahr werden 12 Gastspiele aus 10 Ländern vorgestellt. Insgesamt finden, unter der Leitung von Festivaldirektorin Ann-Elisabeth Wolff, rund 25 Vorstellungen in 8 Spielstätten statt. Mit 8 Deutschlandpremieren bewahrt die euro-scene zweifellos ihr eigenes Profil innerhalb der europäischen Festivals, zu deren bedeutendsten sie unterdessen gehört. Die euro-scene steht unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Tiefensee, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig.

Unter dem Motto »Die Liebe = Chance der Unmöglichkeit« nähert sich die euro-scene diesmal einem Thema, das derzeit im wesentlichen nur im Blickfeld von Sex, Entfremdung und Gewalt auf der Bühne seine Darstellung erfährt. Beabsichtigt aber ist, die Liebe in umfassendere Zusammenhänge zu stellen und sich Fragen wie Klischee, Utopie und Macht zu nähern. Lässt die theatralische Übersteigerung der Liebe in Werbung, Politik und sozialem Umgang, ihre expressive Darstellung durch die Medien, in Pornografie und Kitsch noch etwas zu wie das wahre Gefühl? Die Liebe zum Menschen und zur Menschheit als schönste beflügelnde Kraft, jedoch auch als leidvolle Verdrängung – das sind einige Stationen unserer Festivalreise zwischen uraltem Traum und aktuellem Alptraum zu künstlerisch gespiegelter Wirklichkeit.

Das Spektrum der Gastspiele ist sowohl geografisch als auch ästhetisch weit gefasst. Zwei herausragende Persönlichkeiten der europäischen Theater- und Tanzszene werden vorgestellt: Nigel Charnock choreografierte für die Helsinki Dance Company das Tanzstück »The Intelligence of the Heart«, und der Argentinier Rodrigo García erarbeitete sein Stück »Jardinería Humana« mit dem Théâtre National de Bretagne in Rennes. Weiterhin sind die beiden großen Tanzproduktionen »Wall dancin’ – wall fuckin’« von Alain Buffard aus Paris und »Wings at Tea« mit der Compagnie Provincial Dances Theatre aus Jekaterinburg zu sehen.

Der Mythologie entlehnt wurden die Stoffe zu »Alcesti« der italienischen Tanztruppe Abbondanza & Bertoni, »Orpheus ohne Echo« des Theaters RambaZamba aus Berlin und »Osiris Coverage« des Artus-Theater aus Budapest. Alle drei Gruppen haben vor längerer oder kürzerer Zeit schon einmal beim Festival gastiert. Weitere Produktionen sind aus der Schweiz, Belgien und Norwegen zu sehen.

Die euro-scene beteiligt sich erstmals auch am Deutschen Produzentenpreis für Choreografie, dessen Preisträger Raimund Hoghe zu Gast sein wird. Und schließlich findet zum 6. Mal der beliebte Wettbewerb »Das beste deutsche Tanzsolo« nach einer Konzeption von Alain Platel aus Gent statt. Die künstlerische Leitung übernahm wiederum Wolfgang Krause Zwieback. Bewerben kann sich jeder noch bis 30.09.2003.

Die euro-scene zeigt in einem Prolog vom 01. – 03. November mehrere Leipziger Produktionen. Dabei wird die Koproduktion »Tagwerk – Werkstatt – Tanz«, gestartet im Vorjahr gemeinsam mit der Schaubühne Lindenfels als Projekt mit Leipziger Choreografen, fortgesetzt. Auch ein neues Kinderstück von Werner Stiefel, ehemals Solotänzer der Oper Leipzig, und eine weitere Folge der Reihe »mund + knie« des Schauspiel Leipzig von Thomas Hertel kommen zur Uraufführung. Erstmals nimmt auch das Theater der Jungen Welt teil.

Innerhalb der euro-scene findet diesmal die Jahrestagung des deutschen Zentrums des Internationalen Theaterinstituts (ITI) statt, das im Festival-Rahmenprogramm auch öffentliche Veranstaltungen anbietet. So sind ein Fachvortrag, mehrere Arbeitsgruppen und Diskussionen zum Thema »Internationale Theaterarbeit« vorgesehen. Speziell zum Festivalthema hat die BMW Group eine Podiumsdiskussion organisiert, bei der unter dem Titel »Love is all you need? – Das unheimlich Fremde« Persönlichkeiten des deutschen Kulturlebens miteinander ins Gespräch kommen. Weiterhin gibt es Workshops, Publikumsgespräche und Filme.

Die euro-scene Leipzig hat sich in diesem Jahr wiederum einen Gesamtetat von 470.000,00 EUR erkämpft. Dabei fördern die Stadt Leipzig mit 127.000,00 EUR, Freistaat Sachsen und Bund mit je 50.000,00 EUR. Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gehört ebenso zu den zuverlässigen Partnern wie der Deutsche Bühnenverein. Als Hauptsponsor tritt die Sparkasse Leipzig auf, Hauptförderer ist die Allianz Kulturstiftung. Die BMW Group, München engagiert sich erneut als Partner für die euro-scene. Weitere Sponsoren sind das Hotel Holiday Inn Garden Court in Leipzig und die Deutsche Lufthansa. Das Goethe Institut Inter Nationes unterstützt ebenso einige Ländervertretungen.

Der Kartenverkauf beginnt am 27. September. Schriftliche Bestellungen über die euro-scene Leipzig, telefonisch über Schauspiel Leipzig Tel. 0341-126 81 68.


Ann-Elisabeth Wolff,
Festivaldirektorin

Leipzig, 23.09.2003


Informationen:
euro-scene Leipzig, Gottschedstr. 16, D-04109 Leipzig
Tel. +49 (0) 341 / 9 80 02 84, Fax +49 (0) 341 / 9 80 48 60
info@euro-scene.de / www.euro-scene.de



Pressemitteilung – 09.11.2003

13. euro-scene Leipzig erfolgreich beendet


Am heutigen Abend geht die 13. euro-scene Leipzig mit dem Tanzstück »Wings at Tea« aus Jekaterinburg im Leipziger Schauspielhaus zu Ende. 12 Produktionen aus der europäischen Tanz- und Theaterwelt, darunter 8 Deutschlandpremieren, waren vom 04. bis 09. November 2003 unter dem Festivalmotto »Die Liebe = Chance der Unmöglichkeit« in Leipzig zu Gast und wurden vom Publikum mit außerordentlich großem Interesse aufgenommen.

Die gefeierte Eröffnungsveranstaltung »The Intelligence of the Heart« der Helsinki Dance Company wurde vom Publikum als Einladung zu einem herausragenden Fest des Theaters verstanden. So sahen rund 7000 Zuschauer die Vorstellungen des Prologs, des Haupt- und des Rahmenprogramms. Neben den kleinen Spielstätten füllte sich auch das Leipziger Schauspielhaus anlässlich der vier dort gezeigten großen Produktionen aus Finnland, Frankreich und Russland bis fast auf den letzten Platz.

Das diesjährige Festivalprogramm zeigte nicht nur geografisch, sondern vor allem ästhetisch ein ausgesprochen breites Spektrum an künstlerischen Handschriften. So gehörten neben der Eröffnungsveranstaltung von Nigel Charnock die Produktion »Wall dancin’ – wall fuckin’« von Alain Buffard (Paris) sowie die beiden kleineren Inszenierungen »Alcesti« der Compagnie Abbondanza & Bertoni aus Italien und »Torrance und Grady« der Compagnie vroom aus der Schweiz zu den Höhepunkten der diesjährigen euro-scene Leipzig.

Die euro-scene Leipzig lebt von der Vielschichtigkeit der gezeigten künstlerischen Konzepte, die in der Auseinandersetzung mit dem diesjährigen Festivalmotto jedoch immer wieder auch inhaltliche und formale Gemeinsamkeiten zeigten.

Dem Festival vorangestellt war ein Prolog, in dem vornehmlich Inszenierungen von und mit Leipziger Künstlern erarbeitet wurden. Die vier Projekte, darunter drei Uraufführungen, fanden ein aufmerksames Publikum und wurden als Impulsgeber für die Leipziger Tanz- und Theaterszene verstanden. Auch der zum 6. Mal veranstaltete Wettbewerb »Das beste deutsche Tanzsolo« in der Konzeption von Alain Platel war erneut ein großer Publikumsmagnet.

Angesichts des großen Stellenwertes, den die Stadt der euro-scene Leipzig beimisst, und der bundesweiten und internationalen Ausstrahlung des Festivals, bleibt es die Aufgabe aller Partner, dem Festival endlich eine zuverlässige finanzielle Basis zu geben.

Die 14. euro-scene Leipzig ist vom 09. bis 14. November 2004 geplant.


Ann-Elisabeth Wolff, Festivaldirektorin
Ulrike Lykke Langer, Presse

Leipzig, 09.11.2003


Informationen:
euro-scene Leipzig, Gottschedstr. 16, D-04109 Leipzig
Tel. +49 (0) 341 / 9 80 02 84, Fax +49 (0) 341 / 9 80 48 60
info@euro-scene.de / www.euro-scene.de