11. Festival 2001

Rahmenprogramm


Samstag 10. Nov. // 0.00 – 24.00 Uhr
Eintritt frei
Schauspielhaus

GalerieRieRiemann, Leipzig


»body/check«

24-Stunden-Ausstellung



Die GalerieRieRiemann gibt sich die Ehre, Sie mit der achten 24-Stunden-Ausstellung unter dem Motto »body/check« durch 24 Stunden der euro-scene 2001 zu begleiten. Die achte 24-Stunden-Ausstellung der GalerieRieRiemann ist ein Gastspiel auf Einladung der euro-scene.

Die erste Ausstellung fand bereits im Jahre 1993 statt. Damals zeigten die Leipziger Künstler Thomas Matthaeus Müller, Andreas Tauber und Harald Alff ihre Bilder 24 Stunden lang in einem Abbruchhaus in Leipzig. Diese Idee wurde von den WG-Bewohnern zweier Etagen der Leipziger Riemannstraße 44 aufgenommen. Die 24-Stunden-Ausstellung ist ein nichtkommerzielles Projekt, das von den Ideen und dem Enthusiasmus der Beteiligten lebt. Seit mittlerweile drei Jahren gehen die Macher auf Expedition, suchen für ihre Zwecke immer wieder neue, zum Teil unbekannte Orte.

Die Leipziger 24-Stunden-Ausstellungen sind immer thematische Ausstellungen. Das jeweilige Thema – aktuell »body/check« – gibt Künstlern und Interpreten Gelegenheit, sich zu positionieren: Musik, Tanz, Theater, Grafik, Malerei, Fotografie, Performance, Installation, Film und Literatur sind die Spielwiesen unterschiedlichster Temperamente und Charaktere – konzentriert auf 24 Stunden.

Dieses Jahr wollen wir einen bekannten Ort erobern – das Schauspielhaus und benachbarte Liegenschaften werden zum Domizil für Grafiker, Maler, Fotografen, Vorleser, Vortänzer, (Film-)Vorführer, Selbstdarsteller und Verrückte, zum »body/check« über 24 Stunden mit den »Leibesvisitationen« der euro-scene 2001. Wir gehen auf Kontakt wie die Spieler beim Eishockey. Erlaubt ist alles, was erlaubt ist. Vielleicht am Ende: Musik. Vielleicht. Ihre GalerieRieRiemann

Innerhalb der Ausstellung präsentiert euro-scene Leipzig die Arbeiten der international renommierten Performance-Avantgardisten Franko B, London und Ron Athey, Los Angeles. Ron Athey ist in den vergangenen Jahren besonders durch von christlicher Symbolik und Masochismus inspirierte Performances wie »4 Scenes in a Harsh Life« und »Martyrs and Saints« hervorgetreten. Seine Arbeiten wenden sich aus seinem biografischen Kontext von Homosexualität und HIV-Infektion dem Theater zu. Das freiwillige Auf-sich-Nehmen von Schmerz und die Zeichen dieses Schmerzes, wie Tätowierungen, Wunden und Blut, sind Zeichen einer Unterordnung, die jedoch zugleich als ein Unterlaufen der gesellschaftlichen Ordnungsprinzipien verstanden werden. »Er entzieht sich den Machtmechanismen, denen der Körper ausgesetzt ist, dadurch, dass er ihn bewusst einem noch härteren, dafür jedoch selbst verantworteten Regime unterstellt« (Markus Weßendorf, Theater der Zeit, Berlin, Januar/Februar 1996). »Joyce«, die neueste Arbeit von Ron Athey, soll im Stadium eines work-in-progress vorgestellt werden.