11. Festival 2001

Hauptprogramm


Samstag 03. Nov. // 22.00 – 23.00 Uhr (euro-scene Prolog)
Sonntag 04. Nov. // 17.00 – 18.00 Uhr (euro-scene Prolog)
Montag 05. Nov. // 19.30 – 20.30 Uhr (euro-scene Prolog)
Mittwoch 07. Nov. // 19.30 – 20.30 Uhr
LOFFT

Eigenproduktion der euro-scene Leipzig


»FCP-training method for (anti)social behaviour«
(»Trainingsmethode für (anti)soziales Verhalten«)

Tanz-Performance

Uraufführung



Inszenierung:

Takashi Iwaoka

Dramaturgie und Produktion:

Heike Albrecht, Michael Freundt

Performer:

Roubén Covacevich, Ichiro Mae, Susanne Ogan, Karen Schönemann, Dennis Wagner

Im Anschluss an die Vorstellung am 04. Nov. findet ein Publikumsgespräch statt.
Moderation: Michael Freundt, Theaterwissenschaftler und Initiator der Produktion, Leipzig



Fitness-Center: Proletarischer Schauplatz gepressten Stöhnens und perlender Schweißtropfen? Bedauernswertes Fehlen sublimer kultureller Betätigung? Oder ein Phänomen der Postmoderne, in dem der Mensch seine ganze Gestaltungsenergie einzig auf den eigenen Körper lenkt? Ort der individuellen Grenzüberschreitung? Wiederkehr eines Körperbewusstseins, das »die Massen ergreift«? Oder nur notdürftiger Ersatz für einen Waldspaziergang?

euro-scene hat den japanischen Tänzer und Choreografen Takashi Iwaoka eingeladen, mit Leipziger Tänzern eine Tanzperformance zum Thema Fitness-Center zu kreieren. Iwaoka dürfte dem Publikum kein Unbekannter sein: 1999 war er mit seinem Solo »Körper im späten 20.« beim Leipziger Tanzsolo-Wettbewerb präsent, im Frühjahr 2000 zeigten er und Simone Kenyon »exdistence« im LOFFT. Seine Performances und Installationen setzen sich auf streng konzeptioneller Ebene mit Themen der Wahrnehmung und der Energie von Performern und Ereignis auseinander. So wird in der Auseinandersetzung mit dem Thema keine Parodie und kein Urteil über Sinn und Unsinn von Fitness-Training entstehen, sondern eine künstlerische Assoziation zu dem Phänomen der physischen und kreativen Arbeit, die der Mensch auf sich selbst anwendet.


»Ein Mann, der es sich wünscht, als ganz gewöhnlicher Mensch angesehen zu werden, meint, die Materialität unserer eigenen Körper sei das Fundament menschlicher Existenz. Ihn treiben die Gedanken über das Selbst mitsamt den Gedanken über den Körper um – in Bezug auf eine Frage: ›Was bin ich?‹, und diese Frage führt ihn zu einer anderen: ›Was sind wir?‹ Er überlegt, dass das Bewusstsein und Verständnis dessen, was wir sind (wenn das überhaupt zu verstehen sei), der Schlüssel zu radikalen Änderungen in unserer Wahrnehmung der Menschheit wäre, und er glaubt, dass das uns und anderen Arten zugute kommen wird.« (Takashi Iwaoka)

Mit »fcp« entsteht nach »Speicherung« (mit den Regisseuren René Reinhardt, Stefan Kanis und Wolfgang Krause Zwieback) – und wiederum in thematischer Zuordnung zum Schwerpunkt des Festivals – die zweite Eigenproduktion der euro-scene Leipzig. Proben- und Aufführungsort wird das LOFFT sein, welches Infrastruktur und (wo)man power in das Projekt einbringt.

Takashi Iwaoka, geb. 1976 in Ehime/Japan, studierte 1995-97 Modedesign und Visual Arts in Tokyo. Seine Tanzausbildung und seine choreografische Qualifikation erwächst aus der intensiven Auseinandersetzung mit dem Butoh-Tanz. 1997 bis 2001 studierte er zeitgenössische Kunst an der Nottingham Trent University.


Uraufführung: 03.11.2001 in Leipzig

Eine Produktion der euro-scene Leipzig in Koproduktion mit LOFFT Leipzig, Podewil/TanzWerkstatt Berlin. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e.V. aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien