11. Festival 2001

Hauptprogramm


Freitag 09. Nov. // 19.30 – 20.45 Uhr
Freitag 09. Nov. // 22.00 – 23.15 Uhr
naTo

Les Ballets C. de la B., Gent


»Ernesto«

Hip-Hop-Projekt(ion)



Tanzsolo (18 min.)

Inszenierung:

Koen Augustijnen

Tänzer:

Ernesto Cortès

Soundtrack und Dramaturgie:

Wim Selles

Eine Produktion von Les Ballets C. de la B./Koen & Sven Augustijnen in Koproduktion mit Centre de developpement chorégraphique, Toulouse

Film (50 min.)

Regie und Kamera:

Koen & Sven Augustijnen



Ein einsamer Breakdancer, müde des ewigen Kampfes, der Demonstration von Stärke und doch süchtig nach dem Wettbewerb, der virtuosen Macht über die Straße. Sein Tanz ist Widerstand gegen sich selbst und Selbstbehauptung gegen die Welt, in der er lebt, ist einsames Schattenboxen und unbeugsame Lebensenergie. Doch mit magischer Kraft zieht ihn eine Musik in den Bann: Schuberts Streichquartett »Der Tod und das Mädchen«.

Der chilenische Breakdancer Ernesto Cortès lebt in den Vorstädten von Toulouse. Seit 1991 tanzt er – auf der Bühne und auf der Straße, in Wettbewerben und auf Festivals. Die Begegnung mit ihm hat den belgischen Tänzer und Choreografen Koen Augustijnen nachhaltig beeindruckt. Koen und sein Bruder, der Videofilmer Sven Augustijnen, widmeten Ernesto Cortès ein Filmporträt. Während der Aufnahmen entstand die Idee für das Tanzsolo.

Koen Augustijnen ist Mitglied der belgischen Compagnie Les Ballets C. de la B. unter der künstlerischen Leitung von Alain Platel. Vier große Produktionen von Alain Platel waren in den letzten Jahren bei der euro-scene Leipzig zu erleben. Nun hat diese Zusammenarbeit die Einladung eines kleineren Gastspiels hervor gebracht. Seit geraumer Zeit sucht eine neue Generation von Choreografen ihren Platz in der Compagnie und in der belgischen Tanzlandschaft, so u.a. Christine de Smedt, Hans van den Broeck und Sidi Larbi Cherkaoui. Nachdem er in Platels »La Tristeza cómplice« tanzte, begann Koen Augustijnen die Arbeit an eigenen Projekten.

Tanzsolo und Film »Ernesto« leben von der Körperlichkeit des Darstellers. Geboren 1979, Körpergröße 2,07 m. Doch es geht – auf der Bühne und auf der Leinwand – auch um den sozialen Körper, in dem man sich unwohl geborgen fühlt, gegen den man antanzt, seinem eigenen Körper eine protestierende Stimme verleiht. Und hier lässt sich in »Ernesto« wiederum jene tiefe Menschlichkeit finden, welche die Produktionen von Les Ballets C. de la B. stets auszeichnet. Ein Solo, in dem es gelingt, den streetdance – der von der kämpferischen Präsentation von Energie, Status und Selbstbewusstsein lebt – mit der dramatischen Qualität von Theater zu verbinden.


Uraufführung: November 2000 in Brüssel

Internetseiten der Compagnie: www.fransbrood.com

Koproduktion von CDC Toulouse und Les Ballets C. de la B. mit Unterstützung von Le DRAC, Midi/Pyrénées, Rencontres Urbaines 2000, La Villette, Paris