11. Festival 2001

Pressemitteilungen


Pressemitteilung – 06.09.2001

euro-scene Leipzig

11. Festival zeitgenössischen europäischen Theaters

06. – 11. November 2001
(Prolog: 03. – 05. November 2001)

»Leibesvisitationen«


Wie jedes Jahr, diesmal vom 06. bis 11. November 2001, euro-scene Leipzig: Theater und Tanz aus ganz Europa. Diesmal mit dem Titel »Leibesvisitationen« unter der künstlerischen Leitung des Theaterwissenschaftlers Michael Freundt. Der offiziellen Eröffnung voraus geht ein Prolog (03. bis 05. November 2001).

Für die 11. euro-scene stand am Anfang die Suche nach einem inhaltlichen Zentrum, einem gemeinsamen Schnittpunkt der einzuladenden Produktionen. Der Körper – selbst wenn er heute ins Blickfeld eines breiten Diskurses gelangt ist – schien auch hier die Essenz des Theaters, auf die sich direkt oder vermittelt die aktuellen Entwicklungen der europäischen Theaterlandschaft beziehen. Und nicht nur das: Cyberwelten, Gentechnik-Debatten, Schönheitswahn und Wellnessprogramme – sie alle verweisen auf den Körper, individuell und sozial. Auch ohne moralischen Impetus sollte für diese euro-scene eine These gesetzt werden: Nur wer den Körper in den Kampf wirft (um ein Wort des Choreografen Raimund Hoghe zu zitieren), kann ihn verteidigen.

Deshalb zeigt das diesjährige Festival nicht schlicht Körper- und Tanztheater. Es sind Inszenierungen, in denen der Körper riskiert wird, aufs Spiel gesetzt.

Zwei neue Stücke des renommierten französischen Choreografen Angelin Preljocaj werden als Deutschlandpremiere das Festival eröffnen: »Helikopter« & »MC 14/22 (Ceci est mon corps)«. Mit »Dies ist mein Leib« haben wir nicht nur einen programmatischen Titel. Diese Arbeiten zeigen Preljocaj radikal auf der Seite des zeitgenössischen Tanzes, virtuos und provokativ.

Als großartiges Körpertheater hat der litauische Regisseur Oskaras Korsunovas seine Version von Shakespeares »Sommernachtstraum« angelegt. Mit »Scratching the Inner Fields« zeigen wir die neueste Arbeit des belgischen Choreografen Wim Vandekeybus.

Deutschlandpremieren sind außerdem von der ungarischen ARTUS-Group, dem kroatischen Performer Damir Bartol Indoš und von De Daders aus Amsterdam zu erwarten.

Verstärkt versteht sich die euro-scene auch als Produzent von Theater. Als Koproduktionen mit dem Festspielhaus Dresden-Hellerau und dem Hebbel-Theater Berlin entstand das neueste Stück des Berliner Theaterkünstlers Jo Fabian und wird (nach Dresden und Berlin) im November in Leipzig zu sehen sein.

Wiederum unternehmen wir das Wagnis einer Eigenproduktion. Nach »Speicherung« (Eigenproduktion 2000) entsteht in diesem Jahr – als Assoziation zum Thema – »FCP – training method for (anti)social behaviour«. Der japanische Performer und Choreograf Takashi Iwaoka wird mit 5 Tänzern und Performern aus Leipzig und Berlin eine sehr konzeptionelle Tanz-Performance schaffen eine Koproduktion zwischen euro-scene Leipzig, Podewil/TanzWerkstatt Berlin und LOFFT Leipzig.

Das Festival stärker in der Leipziger Kunstszene zu verankern, den Kontakt mit den »Kunstproduzenten« in Leipzig auszubauen – das war ein Motiv, um die Begegnung zwischen »24-Stunden-Ausstellung« und euro-scene Leipzig zu initiieren. Unter dem Titel »body/check« werden Künstler aus Leipzig und der Region eingeladen, ihre Assoziationen zum Thema für 24 Stunden im Schauspielhaus zu präsentieren. Weitere Informationen finden sich auf der homepage www.bodycheck-24.de

Erweitert wird das Hauptprogramm um den euro-scene-Prolog vom 03. bis 05.11., zu welchem die Eigenproduktion zur Uraufführung kommt und das große Gastspiel-Projekt aus Ungarn präsentiert wird.

Erneut steht das Festival unter der Schirmherrschaft von Wolfgang Tiefensee, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig. Finanziert wird die euro-scene Leipzig aus Mitteln der Stadt Leipzig, des Freistaates Sachsen, der Bundesregierung (Beauftragter für Kultur und Medien), der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und weiterer Förderer. Als Hauptsponsor tritt die Sparkasse Leipzig auf, Hauptförderer wird in diesem Jahr erstmalig die Allianz-Kulturstiftung sein. Neben diesen treten die Stadtwerke Leipzig als Sponsor, die Deutsche Lufthansa AG als official carrier und das Holiday Inn Garden Court als Partner-Hotel auf.

Das Programm ist ab Mitte September im Internet veröffentlicht und liegt ab dem 20. September bereit. Der Kartenvorverkauf beginnt am 22. September 2001.


Michael Freundt
Programm 2001

Leipzig, 06.09.2001


Informationen:
euro-scene Leipzig, Gottschedstr. 16, D-04109 Leipzig
Tel. +49 (0) 341 / 9 80 02 84, Fax +49 (0) 341 / 9 80 48 60
info@euro-scene.de / www.euro-scene.de



Pressemitteilung – 11.11.2001

11. euro-scene Leipzig erfolgreich beendet


Wenn am heutigen Tag die 11. euro-scene Leipzig zu Ende geht, werden in zehn Tagen rund 9.000 Zuschauer Gastspiele aus neun Ländern gesehen haben. Bei einer höheren Auslastung der Vorstellungen, einem erweiterten Rahmenprogramm und der Einbindung der 24-Stunden-Ausstellung »body/check« wurde diese Zahl erstmalig erreicht.

»Leibesvisitationen« hieß das Motto des diesjährigen Festivals, und dass sich dahinter unterschiedlichste künstlerische Konzepte verbergen können, ja wohl sogar müssen, bewies eindrücklich die abwechslungsreiche Auswahl der geladenen Produktionen. Der Spannungsbogen reichte von virtuos und präzis eingesetzter Körperlichkeit bis hin zu enthemmter Ekstase, die den Körper frei agieren lässt, und von zart anrührender Verletzlichkeit zu scheinbar kruder Schmerzlosigkeit.

Zu den Höhepunkten der 11. euro-scene zählten zweifellos die Festivaleröffnung mit dem Ballet Preljocaj aus Aix-en-Provence und dem Abend »Helikopter« & »MC 14/22 (Ceci est mon corps)«, die Aufführung von »A Midsummer Night’s Dream« durch das Oskaras Korsunovas Theater aus Vilnius und aus Brüssel das Stück »Scratching the Inner Fields« von Ultima Vez . Mit zwei Uraufführungen und sechs Deutschlandpremieren wurde die euro-scene auch im elften Jahr ihres Bestehens in der Öffentlichkeit als kultureller Höhepunkt angenommen, dessen Reichweite weit über die Grenzen der Stadt Leipzig und des Freistaates Sachsen hinausgeht.

»FCP – training for (a)social behaviour« war der Titel der zweiten Eigenproduktion der euro-scene Leipzig. Großes Lob erntete der Choreograf Takashi Iwaoka, der in seiner Auseinandersetzung mit dem Thema Fitness-Center eine freche und Konventionen sprengende Arbeit vorgelegt hat, die demnächst auch in Berlin und Jena zu sehen sein wird. Die Eigenproduktion entstand in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Theaterhaus LOFFT und Podewil/TanzWerkstatt Berlin und weist einmal mehr auf die Bedeutung von kulturellem Nährboden und Netzwerken in einer Stadt wie Leipzig hin.

Die 24-Stunden-Ausstellung »body/check« der Galerie RieRiemann war einer der Publikumsmagneten des diesjährigen Festivals. Auf etwa 3000 Quadratmetern im Schauspielhaus und im ehemaligen Datenverarbeitungszentrum zeigten 90 Künstler ihre Arbeiten, darunter Performance und Tanz, Lesungen mit Live-Begleitung und Installationen.

Gleich zu Beginn des Jahres 2002 wartet die euro-scene mit einem einmaligen Festivalereignis auf. Die Tanzplattform Deutschland findet vom 6. bis 10. Februar 2002 in Leipzig statt und wird der Stadt wiederum überregionale und internationale Aufmerksamkeit bescheren. Die 12. euro-scene Leipzig wird vom 12. bis 17. November 2002 stattfinden.

Noch offen ist die Höhe der zu erwartenden Kürzungen von Fördermitteln der Stadt Leipzig. Unzweifelhaft ist jedoch die Unterstützung der öffentlichen Geldgeber, von einigen Sponsoren liegen bereits konkrete Zusagen vor.


Michael Freundt, Programm 2001
Ann-Elisabeth Wolff, Festivaldirektorin

Leipzig, 11.11.2001


Informationen:
euro-scene Leipzig, Gottschedstr. 16, D-04109 Leipzig
Tel. +49 (0) 341 / 9 80 02 84, Fax +49 (0) 341 / 9 80 48 60
info@euro-scene.de / www.euro-scene.de