10. Festival 2000

Hauptprogramm


Samstag 04. Nov. und Sonntag 05. Nov. // 22.00 – 23.00 Uhr
Schaubühne Lindenfels

zero visibility corp., Bergen / Oslo


»hunt out (reprise)«

(»Erneute Nachforschungen«)

Tanztheaterstück von Ina Christel Johannessen



Konzeption und Choreografie:

Ina Christel Johannessen

Text:

zero visibility corp.

Musik:

zoviet*france

Bühnenbild und Lichtdesign:

Jens Sethzman

Kostüme:

Kathrine Tolo

Darsteller:

Marianne Albers, Staffan Eek, Terje Tjome Mossige, Cecile Lindeman Steen, Sanna Soderholm

Musiker:

zoviet*france (Ben Ponton, Mark Warren)

Einige Szenen in englischer Sprache. Sprachkenntnisse sind nicht erforderlich.



Eine Frau wird ermordet im Wald aufgefunden – im Film. Die blonde Darstellerin hingegen kommentiert das Geschehen – auf der Bühne. Doch später ist auch sie tot – oder scheint es nur so? Die unheimliche Krimi-Atmosphäre mischt sich mit dem distanzierten Spiel der Beobachter ums Jagen und Fragen und ihrer jeweils individuell unterschiedlichen Auffassung von Wahrheit. Relikte der Vergangenheit mischen sich mit kindlichen Erwartungen, fremd anmutenden Haltungen und gleichzeitig uns vertrauten Stimmungen.

Norwegens Tanzszene ist klein. Neben einigen Stadttheatern gibt es nur wenige experimentelle Gruppen, von denen Ny Carte Blanche die wohl bekannteste, zero visibility corp. aber die interessanteste ist. Erstaunlich sind die gegenwärtige Produktivität und internationale Präsenz, die weniger mit der nördlichen Exotik zu tun haben als mit der enormen Selbstreflektion ohne Kopflastigkeit und der ironischen Brechung herkömmlicher Tanz- und Aufführungsmodelle.

Ina Christel Johannessen ist die derzeit bedeutendste Choreografin Norwegens. Sie schuf zuletzt für die Compagnie Ny Carte Blanche die Tanzstücke »Edit: Quartett« (1998), das in zahlreichen Städten Europas zu sehen war, und »Suppose this time I see what he saw« (2000). Gemeinsam mit dem bekannten Bühnen- und Lichtgestalter Jens Sethzman bewegt sie sich bei »hunt out (reprise)« zwischen den Grenzen von Theater, Tanz, Film und Musik und fand mit zero visibility corp. zu einer phantastischen Mischung von Spielhandlung und beklemmender Atmosphäre der Ungewissheit. Die Fragen wagen sich weit über den Anlass eines Leichenfundes hinaus in unbekannte Jagdgründe – in das Unterbewusstsein.


Uraufführung: 12.11.1999, Potsdam

Produktion: zero visibility corp. / zoviet*france / fabrik e.V. Potsdam / Tramway Glasgow

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch das Norwegische Außenministerium, Oslo.