09. Festival 1999

Hauptprogramm


Mittwoch 03. Nov. und Donnerstag 04. Nov. // 19.30 – 20.30 Uhr
Schaubühne Lindenfels

Compagnie Von Heiduck, Kopenhagen


»Salomé«

Stück nach Oscar Wilde



Konzeption:

Willie Flindt, Thomas Hejlesen

Textfassung:

Dunja Gry Jensen

Inszenierung und Bühnenbild:

Thomas Hejlesen

Musikcollage:

Kyed

Lichtdesign:

Bjarne Jørgensen

Video:

Jens Tang

Darsteller:

Charlotte Millner (Salomé, Stimme: Dicte Westergaard Madsen), Mark Levy (Herodes, Stimme: Michael Kvetny), Michael Struve (Jochanaan, Stimme: Thomas Christensen), Svend E. Kristensen (Butler, Stimme: Nic Alexander)

In englischer Sprache



Die Prinzessin Salomé begehrt den am Königshof gefangenen Propheten Jochanaan. Ihr Stiefvater Herodes, der Tetrarch von Judäa, ist wiederum so scharf auf Salomé, dass er ihr jeden Wunsch zu erfüllen verspricht, wenn sie vor ihm tanzt. Um ihren Willen durchzusetzen, lässt sie dabei schließlich alle Hülle fallen und wünscht sich den Kopf des Jochanaan, der sich ihr verweigerte und dessen Mund sie nun endlich küssen kann.

Flirrendes Weiß und modisch-schickes Design geben den exquisiten Raum für das Geschehen, das einer Welt der Hochglanzmagazine unserer Tage entstiegen zu sein scheint. Verführung durch Schönheit, Genießen von Macht, Verdrängung von Sinnfragen durch schillernde Oberfläche. Unter dem Mantel von Eiseskälte spielt sich eine glühende Dreiecksgeschichte ab, die von stärkerer Erotik kaum noch denkbar ist.

Charlotte Millner als hinreißend schöne Salomé ist in der Mischung aus Brigitte Bardot und Claudia Schiffer geradezu eine Idealbesetzung. Die weiße Hautfarbe des Jochanaan und die dunkle des Herodes bringen ebenso neue Gesichtspunkte in den Verlauf wie der Butler, der gleichzeitig auch als Henker fungiert.

Thomas Hejlesen, Jahrgang 1953, studierte Filmästhetik und Butoh, beschäftigte sich mit klassischem Tanz und Happenings in Fabrikhallen. Im Kontext mit theatralischer Recherche über Sexualität und Gesellschaft gründete er 1991 die Gruppe Von Heiduck. Themen wie die Überwindung von Angst, eigene Einsamkeit und Sexualität inszeniert er in einer stark individuell-verschlüsselten Körpersprache zwischen Schauspiel, Tanz und Film. Hejlesen ist einer der originellsten Regisseure Dänemarks und wurde im August 1999 mit dem Frankfurter Mouson-Award ausgezeichnet.


Uraufführung 13.05.1998, Kopenhagen

Produktion: Compagnie Von Heiduck, Kopenhagen

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Teaterrådet (Kultusministerium), Kopenhagen.