09. Festival 1999

Hauptprogramm


Sonntag 07. Nov. // 19.30 – 21.00 Uhr
Schauspielhaus

Festivalabschluss

Compagnie Maguy Marin, Lyon


»May B«

Tanzstück von Maguy Marin



Choreografie:

Maguy Marin

Musik:

Franz Schubert, Gilles de Binche, Gavin Bryars

Kostüme:

Louise Marin

Lichtdesign:

Pierre Colomer

Darsteller:

Ulises Alvarez, Laura Frigato, Preciosa Gil, Thierry Partaud, Cathy Polo, Ennio Sammarco, Marcelo Sepulveda, Kerrie Szuch, Dominique Uber, Adolfo Vargas



»May B« – eine Legende, »May B« – ein Traum, »May B« – ein Ereignis. Jeder, der dieses Stück gesehen hat, bekommt glänzende Augen der Erinnerung, auch Jahre später... »May B« ist das beliebteste und meistgespielte Tanzstück Frankreichs. Nach inzwischen über 400 Vorstellungen in Dutzenden von Ländern lässt es sich fast schon zum französischen Kulturerbe rechnen. Es wurde vor 18 Jahren uraufgeführt und verkörpert geradezu eine ganze Epoche des Tanzes. Nach mehrjährigen Bemühungen wird es nun endlich auch in Leipzig zu sehen sein.

Das Warten – niemand hat es so gut auf die Bühne gebracht wie Samuel Beckett (1906-89), der mit »Endspiel«, »Glückliche Tage«, aber vor allem mit »Warten auf Godot« Theatergeschichte geschrieben hat. Gerade dieses Warten, das auf den ersten Blick völlig untänzerisch zu sein scheint, hatte es Maguy Marin angetan. Heraus kam ein Tanzstück von soghafter Glut, dessen geheimnisvoller Zauber in der Mischung von konkreten Situationen, humorvoll-ironischer Distanz, starken Tänzerpersönlichkeiten und einer wundervoll mit der Musik verschmelzenden Choreografie liegt.


»Diese Arbeit über das Werk von Samuel Beckett, dessen theatralische Gestensprache und Atmosphäre der körperlichen und ästhetischen Darstellung des Tänzers entgegenstehen, diente uns als Grundlage für ein heimliches Enträtseln unserer intimsten, verborgensten und unbekanntesten Gesten. Es ging uns darum, diese winzigen oder grandiosen Gesten, die Vielfalt kaum wahrnehmbaren, banalen Lebens offen zu legen, in dem das Warten und die nicht ›ganz‹ unbewegliche Bewegungslosigkeit eine Leere hinterlässt, ein immenses Nichts, einen Strand des Schweigens voller Unsicherheiten« (Maguy Marin).


Uraufführung: 04.11.1981, Angers

Produktion: Compagnie Maguy Marin, Maison des Arts de Créteil

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung von AFAA – Association Française d’Action Artistique / Ministère des Affaires Etrangères, Paris, und den Instituts français, Leipzig und Berlin.