09. Festival 1999

Hauptprogramm


Mittwoch 03. Nov. // 18.00 – 18.45 Uhr und 21.00 – 21.45 Uhr
Donnerstag 04. Nov. // 18.00 – 18.45 Uhr und 21.00 – 21.45 Uhr
Schaubühne Lindenfels

Compagnie Lindy Annis, Berlin


»Salomé 7«

Video-Performance nach Oscar Wilde



Konzeption, Textfassung und Spiel:

Lindy Annis

Musik:

Frieder Butzmann

Bilder und Projektionen:

Katrin Schoof

Video:

Rudie Ewals

Assistenz:

Stéphanie Félix



Eine Frau auf einem Tisch, ein Mikrofon, mehrere Videoprojektoren. Verfremdung pur für ein heißes Begehren. Die Amerikanerin Lindy Annis ist nicht Salomé, sondern Lindy Annis. Salomé wird in einem Sog von Bildern in sie hineinprojiziert, in die Frau an sich, durch die Augen der Männer und mit den Augen einer Frau.

Schlüsselsätze aus Oscar Wildes »Salomé« werden in Beziehung gesetzt zu »Salomé«-Schlüsselwerken der Bildenden Kunst, so dem Gemälde von Gustave Moreau, das Wilde inspirierte. Ebenso einbezogen wurde Lovis Corinth, der Bühnenbildner der umjubelten »Salomé«-Inszenierung von Max Reinhardt 1902 in Berlin.

Lindy Annis, geboren in Boston, studierte an der Universität New York Experimental Theater Wing. Seit 1985 lebt sie in Berlin. Hier entwickelte sie Performances mit bildenden Künstlern, Schriftstellern, Tänzern, Schauspielern und Musikern. Sie arbeitete mit der Wooster Group, Hans Peter Kuhn und Sasha Waltz.

Rudie Ewals ist gebürtige Niederländerin und studierte Malerei und Tanz, bevor sie sich der Videokunst widmete. Gemeinsam mit der Grafikerin Katrin Schoof und dem Musiker Frieder Butzmann schuf sie eine »Salomé«- Medienwelt, eine »Salomé«-Ikonografie der Jahrhunderte.


»Lindy Annis ist es hoch anzurechnen, dass sie das Stück in einer dichten Performance entstaubt ... Mitten in diesem schwelgerischen Reigen spricht Annis wie unbeteiligt Wildes Text. An ihrer eigenen aparten Schönheit schlägt sich der schwül betörende Verführungszauber der Bilder nieder wie in den kalten Fensterscheiben, die symbolisch aufgerissen werden, um die frische Winterluft hineinzulassen« (Henrike Thomsen, Berliner Zeitung, 07.12.1998).


Uraufführung: 03.12.1998, Berlin

Produktion: Lindy Annis/Big House und Podewil, Berlin