09. Festival 1999

Hauptprogramm


Samstag 06. Nov. und Sonntag 07. Nov. // 17.00 – 18.15 Uhr
Schaubühne Lindenfels

Compagnie Image Aiguë, Lyon


»Nandri – De Lorient à Pondichéry«
(»Danke – Von Lorient nach Pondichéry«)

Stück von Christiane Véricel

Deutschlandpremiere



Konzeption und Inszenierung:

Christiane Véricel

Musik:

Louis Sclavis

Bühnenbild:

Silvio Crescoli, Christine Véricel

Lichtdesign:

Michel Theuil

Darsteller:

Ahmad Dokhan, Zahir Milaz, Larissa Sienni, Franck Ngounou

Kinder:

Bertille Sienni, Matthieu Muy, Yann Verhaeghe, Ambre Gropengiesser, Ingrid Françoise, Adriano Taristas, Sally Sangare, Mohamed Abbad, Niouma Sakho, Batourou Soumare, Pauline Picot, Guyowenn Lapolice, Haffid Mesbah, Flavien Chalupniczack



Fremdsein im eigenen Land. Kinder zwischen den Erwachsenen und deren Streß, zwischen Alltag und Ausgestoßensein. Kinder mit den Füßen auf der Erde, noch leichten Daseins und ohne zu wissen, aber die Freiheit doch schon erahnend.

Verspielt und ernst, ausgelassen und verträumt packen Menschen ihre Koffer und Kartons. Dass sie sich zur Fahrt von Lorient (in der Bretagne) nach Pondichéry (in Indien) rüsten, ist sowohl szenische Aktion als auch Metapher. Ein mitreißendes Spektakel, dem die Kinder (aus Frankreich, Indien, Marokko und Brasilien) mit ihrem quirligen Humor, ihrer Zartheit und Unbeschwertheit eine ganz besondere Note verleihen.

Obwohl Frankreich ein Land mit hohem Ausländeranteil ist, bleiben Franzosen – und darin durchaus vergleichbar mit uns Deutschen – gern unter sich. Anders Christiane Véricel, die im Jahre 1983 die Compagnie Image Aiguë (deutsch etwa: spitzes/scharfes Bild) gründete. Um einen Stamm von etwa zwölf Künstlern gruppiert sie Kinder und Erwachsene verschiedener Nationalität, die in Frankreich oder im Ausland leben und auf der Bühne stets ihre Heimatsprache sprechen.

Gastspiele führten die Compagnie in unzählige französische Städte, in viele Länder Europas sowie nach New York, Casablanca, Japan, Australien, Indien, Thailand und Brasilien.

Ein Versuch des Zusammenlebens verschiedener Nationen in äußerst lebendiger und mitreißender Form. Eine gelebte Utopie der multikulturellen Gesellschaft, des Turmbaus zu Babel vor der sprachlichen Verwirrung. »Der Traum zweifellos von einem großen internationalen Haus, vielleicht Nomaden, Darsteller zu formen und zu lehren, dass Theater ein Bote des Friedens sein möge...« (Christiane Véricel).


Uraufführung: 06.05.1998, Lorient

Produktion: Centre Dramatique De Brétagne (C. D. D. B.), Lorient / La Passarelle – Scène Nationale de St. Brieuc / Image Aiguë, Lyon

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung von AFAA – Association Française d’Action Artistique / Ministère des Affaires Etrangères, Paris, und den Instituts français, Leipzig und Berlin.