08. Festival 1998

Hauptprogramm


Sonntag 15. Nov. // 16.00 – ca. 21.00 Uhr
Oper Leipzig

(Beitrag der Oper Leipzig in eigener Auswahl)

Oper Leipzig


»Saint François d'Assise«

(»Der Heilige Franz von Assisi«)

Franziskus-Szenen – Oper in drei Akten und acht Bildern



Text und Musik:

Olivier Messiaen

Musikalische Leitung:

Jiří Kout

Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme:

Gottfried Pilz

Lichtdesign:

Manfred Voss

Sänger:

Ofelia Sala (der Engel), Frode Olsen (der Heilige Franz), Louis Gentile (der Leprakranke), Tom Erik Lie (Bruder Léon), Sang Ho Choi (Bruder Massée), Victor Sawaley/Jörg Schörner (Burder Elie), Soon Won Kang (Bruder Bernhard), Hidekazu Tsumaya (Bruder Sylvestre), Roland Schubert (Bruder Rufin)

Chor der Oper Leipzig

Gewandhausorchester Leipzig

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln



Der Ort Assisi liegt in Umbrien bei Perugia, etwa auf halbem Wege zwischen Florenz und Rom. Er gehört zu jeder klassischen Italienreise und ist geprägt durch die Person des Heiligen Franziskus (1182-1226), der hier gelebt und gewirkt hat. Er gründete den Franziskanerorden, dessen Regeln Verzicht, Armut und Demut forderten.

»Saint François d’Assise« kann wohl zu Recht als Meisterwerk und gewaltiger Schlussstein des Schaffens von Olivier Messiaen bezeichnet werden. Es handelt sich nicht um eine Oper mit einer Handlung im üblichen Sinn, sondern um eine Abfolge von Szenen, die verschiedene Aspekte im Leben des Heiligen Franz(iskus) zeigen. Leidensfähigkeit, Angstüberwindung, Begegnung mit dem Engel, Vogelpredigt, Stigmatisierung (Empfangen der Wundmale), Tod und das neue Leben sind Stationen dieses Weges.

Olivier Messiaen (1908-92) ist einer der bedeutendsten französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Nach den Einstudierungen in Paris (1983) und Salzburg (1992) wird »Saint François d’Assise« an der Oper Leipzig nun erstmals in Deutschland aufgeführt.

»Messiaens Musik gemahnt an die hehre Größe, die uns umgibt, an das immerwährend Wunderbare und daran, dass alle Natur zu uns spricht. Messiaens Oper soll keine Unterhaltung sein, sondern etwas viel Aufregenderes und viel Lohnenderes... In einer Welt, die vom alles verschlingenden Konsumzwang beherrscht wird, stellt sich Messiaens Werk als Aufforderung zu wissen und zu verstehen« (Peter Sellars, Regisseur der Inszenierung in Salzburg, 1992, aus: Programmheft der Salzburger Festspiele anlässlich der Neuinszenierung, Sommer 1998).


Uraufführung: 28.11.1983, Paris
Premiere der Leipziger Inszenierung: 08.11.1998

Produktion: Oper Leipzig