07. Festival 1997

Konzeption


»Vision Europa – dem Fremden eine Tür«

11. – 16. November 1997


(Vorwort zum Programmheft – mit der Konzeption zum Festival)


Die euro-scene Leipzig 1997 – ein Drahtseilakt. Deutschland ist auf dem besten Weg, seinen Ruf als Kulturnation zu verspielen, auch die menschlichen Beziehungen werden spürbar kühler. Zu dem großen Vertrauen in die Kraft des Theaters, das bisher das Festival leitete, musste in diesem Jahr eine gehörige Portion Trotz hinzukommen, all dem entgegenzuwirken.

Künstlerische Visionen und experimentelle Wagnisse des modernen Theaters zeigen Möglichkeiten, aus einer dem Geld, der Oberflächlichkeit und der Ablenkungssucht verfallenen Gesellschaft herauszufinden. Und der Blick auf andere Nationen lässt uns auch etwas von verlorenen ethischen Normen zurückholen.

In ihrem 7. Jahr lädt die euro-scene Leipzig erstmals Künstler, die ihr geistig besonders nahe stehen, ein zweites Mal ein: Gabriella Bußacker, Jo Fabian und Alain Platel. Sie hält die Achse West- und Osteuropa aufrecht, präsentiert mehrere Deutschlandpremieren und kreiert erstmals einen Wettbewerb. Und schließlich sei all denen, die das Festival ermöglicht haben, herzlich gedankt, allen voran der Sparkasse Leipzig.


Ann-Elisabeth Wolff
Festivaldirektorin