06. Festival 1996

Hauptprogramm


Mittwoch 20. Nov. // 22.00 – 23.15 Uhr
Donnerstag 21. Nov. // 17.00 – 18.15 Uhr und 22.00 – 23.15 Uhr
Neue Szene

Compagnie Suver Nuver, Amsterdam


»Night Shift«

(»Nachtwerk«)

Theaterstück – Version II

Deutschlandpremiere



Konzeption und Text:

Peer van den Berg, Dette Glashouwer, Henk Zwart

Inszenierung:

Ton Lutgerink

Musik:

Joop van Brakel

Bühnenbild:

Sanne Danz, Carolien Scholtes

Kostüme:

Marike Kamphuis, Helmy Nagelhaut

Lichtdesign:

Bernd Wouthuysen

Darsteller:

Peer van den Berg, Dette Glashouwer, Henk Zwart

Im Anschluss an alle Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch statt.
Moderation: Klemens Wannenmacher, Künstlerischer Leiter Produktionshaus FACT, Rotterdam



In der tiefen Nacht verwandeln sich unbekannte Klänge in Gestalten der Vergangenheit. Ist es Phantasie oder Traum? Sind Träume trügerisch oder lassen sie uns klar sehen? Träume sind verlockend, aber auch amoralisch und abstoßend. Sie gehen ohne Hindernisse durch Wände, Bräuche, gute Manieren und beste Absichten. Der menschliche Verstand sondert den Schmutz des Tages ab, und er lässt eine Flut der Einbildungen vom Stapel laufen. Irgendetwas schwelt...

Die erste Version des Stücks war im Mai dieses Jahres speziell für einen ungewöhnlichen Raum in Utrecht inszeniert worden und konnte nicht an anderer Stelle aufgeführt werden. »Night Shift I« (»Nachtwerk I«) schaltete den Sehsinn des Publikums aus und ging in sehr ungewöhnlicher Weise mit seinem Geruchs-, Tast-, Geschmacks- und Hörsinn um. Jeder einzelne Zuschauer sank in eine Art Dämmerzustand, in der sich Realität, Spiel und Traum kaum mehr voneinander trennen ließen.

Die kleine Compagnie Suver Nuver gehört zu den interessantesten Theatertruppen der Niederlande. Innerhalb einer stark entwickelten modernen Tanzszene stellt Suver Nuver als sprachbezogenes Ensemble mit einem sehr individuellen Stil zweifellos ein besonderes Juwel dar. Die eigenwilligen, absurd-komischen Stücke beruhen oft auf autobiografischen Quellen und gegensätzlichen Kulturen, so beispielsweise »Pflasterwut« (1993), das Behinderte einbezog, »Negerangst« (1994) – der Titel ist bezeichnend – und »Risiko« (1995) unter Verwendung des Zufallsprinzips. Suver Nuver gastierte in zahlreichen Städten Europas und in den USA.

Ton Lutgerink arbeitete erstmals nach seiner Mitbegründung von Suver Nuver 1987 bei »Nachtwerk I« wieder mit der Compagnie zusammen und inszenierte das Stück nun für Theaterräume neu. »Nachtwerk II« wurde im September 1996 in Amsterdam uraufgeführt


Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Theater Instituut Nederland, Amsterdam.