05. Festival 1995

Hauptprogramm

Dienstag 07. Nov. und Mittwoch 08. Nov. // 22.00 – 23.15 Uhr
Donnerstag 09. Nov. // 17.00 – 18.15 Uhr
Kellertheater

Tanz*Hotel, Wien


»Penelope – Molly Bloom«

Eine Choreografie für Text, Tanz und Musik inspiriert durch Homers »Odyssee« und James Joyces »Ulysses«

Deutschlandpremiere



Text:

James Joyce, »Ulysses«

Konzeption:

Alexandra Sommerfeld

Choreografie:

Bert Gstettner

Inszenierung:

Alexandra Sommerfeld, Bert Gstettner

Bühnenbild und Kostüme:

Gernot Sommerfeld

Licht:

Klaus Peter

Deutsche Übersetzung:

Hans Wollschläger

Darsteller:

Alexandra Sommerfeld, Bert Gstettner

Musik und Musiker:

Toni Burger



Molly Bloom webt sprachlich ein Netzwerk von Beziehungen, Erinnerungen, Phantasien und Illusionen. Leopold Bloom, ihr Mann, tanzt durch den Tag. Sie erzählt scheinbar Alltägliches über ihr Leben, die Liebe und ihren Körper. Er schläft tief – und mit ihr, zielgerichtet greift er ein, bewegt und schafft. Mit dem Blick auf ihn beginnt und endet ihre Gedankenreise, in der Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges verschmelzen. Molly Bloom ist Penelope, Leopold Bloom Odysseus – oder umgekehrt...

Odysseus zieht während des Krieges von Troja, der 10 Jahre lang währt, den Fluch des Poseidon auf sich, der ihn zu 10 Jahren Irrfahrt verurteilt. Seine Gattin Penelope wartet 20 Jahre lang auf ihn und weist die sie zahlreich bedrängenden Freier zurück, bis er zurückkehrt und all die Männer unerkannt vernichtet.

Die »Odyssee« gilt als der erste europäische »Roman«. Er wurde von Homer vermutlich um 700 v. Chr. abgeschlossen und ist zweifellos noch heute die beliebteste Dichtung der Antike. Auf ihr beruht der berühmte »Ulysses« des irischen Schriftstellers James Joyce (1882-1941), eines der bedeutendsten und vielschichtigsten Bücher unseres Jahrhunderts, erschienen 1922, geistreiches Monumentalwerk, Abenteuerroman und humorvoll-ironisches Sprachspektakel in einem.

Das letzte Kapitel des »Ulysses« enthält die faszinierende Erzählung der Molly Bloom/Penelope, die der Choreograf und Tänzer Bert Gstettner als textliche Grundlage für seine gleichnamige Produktion wählte. Gemeinsam mit Andrea Sommerfeld, eine der schillerndsten und vielseitigsten Schauspielerinnen der freien Szene Österreichs, entstand eine Inszenierung, die dem Schauspiel weit näher steht als dem Tanz. Sie gehört zu den besten österreichischen Produktionen des letzten Jahres und ist erstmals in den neuen Bundesländern zu sehen.


Produktion: Sommerfeld AG / Totales Theater / Tanz*Hotel, Wien

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch das Österreichische Generalkonsulat, Berlin.