05. Festival 1995

Hauptprogramm


Samstag 04. Nov. und Sonntag 05. Nov. // 22.00 – 23.30 Uhr
Neue Szene

Compagnie Gabriella Bußacker, Hamburg


»Glücksbagatellen«

Sprechtheater »vom Süden zum Norden«



Konzept und Inszenierung:

Gabriella Bußacker

Assistenz:

Katharina John

Text:

Bearbeitungen nach Vorlagen von Aki Kaurismäki, Michel Leiris, Gertrude Stein, Charles Willeford, Gabriella Bußacker

Musik:

Terry Riley & Shanghai Orchestra, Hanibal Troilo, »Saffak Alik« aus dem
Film »Der Mann der Friseuse«, Eric B. und Rakim, Kurt Hoffman's Band of Weeds, Thorsten Wilrodt (Trompetensolo)

Bühnenbild und Kostüme:

Gabriella Bußacker

Darsteller:

Edith Adam, Petra Bogdahn, Matthias Breitenbach, Frank Meyer-Brockmann

Die Musik wird eingespielt.



Spielt dieses seltsame Geschehen in einer amerikanischen Bar oder in einem arabischen Rauchsalon? Zwei Frauen und zwei Männer hat es nach Finnland verschlagen, aber die Atmosphäre wechselt zwischen den Welten. Sie versuchen, dem Glück auf die Spur zu kommen, dem abwesenden, verleugneten, verlorenen, verweigerten, erträumten Glück. Nächtliche Straßen, die Melancholie des Alkohols, das zärtliche Flair von Beziehungen, der Blick durch die rosarote Brille und der geplante gemeinsame Selbstmord – ein Balanceakt zwischen Realität und Fiktion.

Innerhalb der freien deutschen Szene ist es vor allem auf dem Gebiet des Sprechtheaters nicht leicht, Entdeckungen von wirklicher Qualität zu machen. Die Regisseurin Gabriella Bußacker, oft auch als Performerin bezeichnet, gehört zu den »Fundstücken der neuen Theatergeneration. Sie wären, gäbe es nach wie vor nur das Stadttheater, Sonderlinge am Rande alter alternativer Festivals, nicht die Bühnenkünstler, die sie tatsächlich geworden sind« (Arnd Wesemann, Wochenpost, Berlin, 27.04.1995).

Gabriella Bußacker, geboren 1955 in Hamburg, arbeitet vor allem bei Kampnagel in Hamburg und am TAT (Theater am Turm) in Frankfurt, zwei der wichtigsten Produktions- und Spielstätten für zeitgenössisches Theater in Deutschland. Sie bevorzugt die »Work-in-progress«-Arbeitsweise, das ständige Aufnehmen von Veränderungen in Raum und Text. Daneben gestaltet sie auch Bühnenräume und betätigt sich als Malerin und Zeichnerin.

»Glücksbagatellen« entstand in mehreren Phasen und wurde in der jetzigen Version Anfang dieses Jahres in Hamburg uraufgeführt. Aus dem mit »Süden« betitelten ersten Teil des Abends vollzieht sich die strukturelle und auch räumliche Veränderung, in die auch das Publikum einbezogen wird, zum »Norden«, dem zweiten Teil – ein spannendes Mosaik aus Andeutungen, Geschichten, Verfremdungen, Ritualen, Burlesken und Pastoralen.


Produktion: Gabriella Bußacker in Zusammenarbeit mit Kampnagel Hamburg, gefördert von der Freien und Hansestadt Hamburg