02. Festival 1992

Hauptprogramm


Donnerstag 19. Nov. // 19.30 Uhr
Freitag 20. Nov. // 22.00 Uhr
Neue Szene

Derevo, St. Petersburg


\ »The Man kissing the Bottom of the Boot«
  (»Der Mann küßt den Boden des Bootes«)
\ »The Rider« (»Der Reiter«)

Tanztheaterstück in zwei Teilen von Anton Adassinski



Inszenierung und Choreografie:

Anton Adassinski

Musik:

Rastiam Dubinnikov u. a.

Bühnenbild und Kostüme:

Compagnie Derevo

Licht:

Anatoli Kojantchikov

Darsteller:

Anton Adassinski, Elena Yarovaya, Tatiana Khabarova, Alexei Merkushev, Marat Temirgazov



Wir sind wie ein Boot, das auf einem Fluss gleitet – er heißt Leben. Unerklärbar und vieldeutig wie das Leben selbst sind die Inszenierungen der Compagnie Derevo, die sich einer Katalogisierung völlig entziehen.

Diese Aufführung könnte bezeichnet werden als stilles Theater, moderner Tanz, Butoh-Tanz, Clownerie und Pantomime. Von Rockmusik und Chanson reicht die Klangfläche bis hin zum völligen Schweigen. Ein Mann hat Wertvorstellungen, doch die Zeit rennt ihm davon. Düstere Bilder schlagen um in Heiterkeit, halbzerstörte Puppen liegen mit anderen Requisiten verstreut herum, und schließlich sind Spiel und Ernst während eines Jahrmarkttreibens kaum noch zu unterscheiden.

Anton Adassinski wurde 1959 in Sibirien geboren. Er arbeitete seit 1982 in der Mimegruppe des Theaters Litsedei in St. Petersburg, dem damaligen Leningrad. 1986 formierte er ein Rock-Trio in ein gigantisches Theater um und sorgte als dessen Direktor und Choreograf für Sensationen in der sowjetischen Kulturszene. Im Jahre 1988 gründete Adassinski in St. Petersburg die Compagnie Derevo, die vor zwei Jahren nach Prag umzog. Adassinski hält Workshops ab, in denen er sein System der »Schule auf Rädern« lehrt. Seine Aufführungen, die immer auch Improvisationen enthalten, finden oft an ungewöhnlichen Orten, auch im Freien, statt. Derevo gastierte in zahlreichen europäischen Ländern, in Israel und in den USA.


»Keine Sekunde wird da mit geschmäcklerischer Anbiederung kokettiert, nichts wird mundgerecht vorportioniert, konsumfertig verpackt. Anton Adassinski und seine Truppe gehen konsequent und radikal ihren Weg« (Die Presse, Wien, 01.08.1989).


»Es entstehen Bilder von großer Suggestivkraft, die völlig ohne Sprache auskommen und doch eindrucksvoller kaum sein könnten, auch wenn ein Handlungsfaden nicht auszumachen ist« (Rheinische Post, Düsseldorf, 05.06.1991).