Archive / Dance Platform Germany 2002

Programme


06.02. – 10.02.2006


Anne Retzlaff, Dresden
Mittwoch, 06.02.2002 | 19.30 Uhr
Donnerstag, 07.02.2002 / 14.00 Uhr
Freitag, 08.02.2002 / 14.00 Uhr
LOFFT
»most«

Anne Retzlaff absolvierte die Palucca Schule Dresden in Tanz und Choreografie. Nach ihren ersten abendfüllenden Produktionen »Wodka Kola« (2000) und »Küstennebel« (2001) entsteht die Produktion »most“, in der sie der Sehnsucht als Handlungsmotiv für die meisten Menschen Ausdruck verleiht. Fünf junge Tänzerinnen vermitteln äußerst temperamentvoll und kraftvoll Lebenslust und Dramatik des Alltags.


Theatregroup TRAVA, Berlin
Mittwoch, 06.02.2002, 22.00 Uhr
Donnerstag, 07.02.2002 / 14.00 und 22.00 Uhr
Freitag, 08.02.2002 / 14.00 Uhr
Kellertheater
»Station Kautschuk«
Performance: Heini Nukari und Tino Sehgal, Berlin
Ohne Titel

Die Finnin Heini Nukari lebt seit 1997 in Berlin und gründete mit der Polin Anna Jankowska die Theater- und Tanzgruppe TRAVA. In ihrem minimalistischen Solo »Station Kautschuk« scheint sie ein sonderbares Wesen von einem fremden Stern zu sein.
Tino Sehgal, in London geboren, zitiert in seinem selbstreflexiven Solo die Tanzgeschichte von Nijinsky über Balanchine bis hin zur Gegenwart mit Xavier Le Roy und Jerôme Bel.


Compagnie Felix Ruckert, Berlin
Donnerstag, 07.02.2002 / 16.00 und 22.00 Uhr
Freitag, 08.02.2002 / 16.00 Uhr
Werk II
»deluxe joy pilot«
Choreografie: Felix Ruckert, Berlin

Felix Ruckert, ehemals Tänzer bei VA Wölfl/NEUER TANZ und Pina Bausch, wurde mit seinen interaktiven Produktionen wie »Hautnah« (1997) und »Ring« (2000) bekannt. In »deluxe joy pilot« hebt er die Trennung zwischen Tänzern und Publikum völlig auf und sprengt spielerisch die Theaterkonventionen. Der Zuschauerkann wählen, ob er aktiv am Geschehen mit den 10 Tänzern teilnehmen oder lieber nur beobachten möchte.


Christoph Winkler, Berlin
Donnerstag, 07.02.2002 / 16.00 und 22.00 Uhr
Freitag, 08.02.2002 / 16.00 Uhr
Neue Szene
»F.A.Q.«, Solo mit Bettina Thiel
und »The wandering problem«
Solo mit Ingo Reulecke

Christoph Winkler, hoffnungsvoller Choreograf der jüngeren Generation, studierte Tanz an der Staatlichen Ballettschule Berlin und Choreografie an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin. Er schuf bisher vor allem Soli, die sehr speziell für den jeweiligen Tänzer entwickelt wurden, so »F.A.Q.« für Bettina Thiel, erste Solotänzerin an der Deutschen Staatsoper Berlin, und »The wandering problem« für Ingo Reulecke, freier Tänzer und Choreograf in Berlin.


Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin
Eröffnungsvorstellung
Donnerstag, 07.02.2002 / 19.30 Uhr
Schauspielhaus
»Seriously«
Regie und Choreografie: Luc Dunburry

Der Kanadier Luc Dunberry ist seit 1996 Tänzer bei Sasha Waltz und neben ihr der wichtigste Choreograf an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Seine neueste Produktion »Seriously« entstand mit 8 Tänzern und Schauspielern der Schaubühne. Tanztheater zwischen Spiel und Ernst, Kommunikation und Isolation, Sex und Einsamkeit – äußerst lebendig in seinem dunklen Humor und einer leisen Melancholie.


Compagnie Fredeweß, Hannover
Freitag, 08.02.2002 / 14.00 und 22.00 Uhr
Samstag, 09.02.2002 / 14.00 und 22.00 Uhr
Schauspielhaus/Probebühne
»Variation für 2 Boxen und 7 Kaugummiautomaten«
Choreografie: Hans Fredeweß

Hans Fredeweß arbeitete mit Gerhard Bohner und Susanne Linke zusammen, die ihn stilistisch geprägt haben. 1998 gründete er seine eigene Compagnie, für die er auch »Variation für 2 Boxen und 7 Kaugummiautomaten« schuf. Energie, Ruhe und eine starke Präsenz prägen dieses Trio eines Tänzerpaars und einer Sängerin, das in einem konsequenten Bewegungsfluss den menschlichen Körper wieder zum Maß aller szenischen Dinge macht.


Jan Pusch, Hamburg
Freitag, 08.02.2002 / 19.30 Uhr
Schauspielhaus
»Into the Blue«
Dance solo for a single body
mit Detlev Alexander und Fiona Gordon

Jan Pusch absolvierte eine Ausbildung in Klavier, Violoncello und Tanz. Er war Tänzer u. a. im Bonner Ballett und im Ballett der Hamburgischen Staatsoper bei John Neumeier. Seit 1994 lebt er als freier Choreograf, Regisseur und Komponist in Hamburg. »Into the Blue«, ein Wechselspiel zwischen Mensch und virtueller Welt, besteht aus drei Soli, von denen das 1. Solo mit Detlev Alexander und das 3. Solo mit Fiona Gordon ausgewählt wurden. (Das 2. Solo wurde von Mata Sakka getanzt.)


Cerná & Vanek Dance, Bonn
Freitag, 08.02.2002, 22.00 Uhr
Peterskirche
»Happy Hour«
Choreografie: Eva Cerná und Carel Vanek, Bonn

Eva Cerná und Karel Vanek, in Tschechien geboren, tanzten u. a. am Theater Laterna magica in Prag und am Choreografischen Theater von Pavel Mikulástik in Freiburg und später in Bonn. Sie choreografieren unter den Namen »Cerná & Vanek Dance« auch eigene Stücke und arbeiten seit 2001 freischaffend. »Happy Hour« zeigt zwei Künstlerpaare auf der Suche nach ihrer eigenen Identität in der heutigen Unterhaltungsindustrie.


Tanzcompagnie Rubato, Berlin
Samstag, 09.02.2002 / 14.00 und 22.00 Uhr
Sonntag, 10.02.2002 / 14.00 Uhr
Neue Szene
»Permanent Dialogues«
Choreografie und Tanz: Jutta Hell und Dieter Baumann

Rubato gehört zu den bedeutendsten Compagnien Berlins und wird von Jutta Hell und Dieter Baumann geleitet. Neben zahlreichen Gruppenstücken ist Rubato vor allem durch seine Duos bekannt, in denen die richtungsweisende Ästhetik des deutschen Tanzes von Gerhard Bohner weitergeführt wird. »Permanent Dialogues« zeigt die Unmittelbarkeit und Verletzlichkeit zweier Körper, denen eine starke Kraft der Abstraktion innewohnt.


Christina Ciupke, Berlin
Samstag, 09.02.2002 / 14.00 und 22.00 Uhr
Sonntag, 10.02.2002 / 14.00 Uhr
LOFFT
»rissumriss«
Fotografie: Gisela Dilchert
und Elvira Schurig, Cottbus
»SOLO EL'VIRA«

Das Interesse von Christina Ciupke gilt dem Tanzsolo und der spartenübergreifenden Kunst. Ihre langjährige Zusammenarbeit mit der Fotografin Gisela Dilchert setzt sie in »rissumriss« fort, einer konsequenten und radikalen Produktion, in der das Verhältnis zwischen dem Leib und dessen Bild untersucht wird.
Elvira Schurig ist eine der wenigen Vertreterinnen des modernen Tanzes in Ostdeutschland. Ihre Solostudie »SOLO EL'VIRA« führt in eine Welt der Meditation, der Ruhe und Stille, die sich der heutigen Geschwindigkeitsbeschleunigung vehement widersetzt. Im Foyer des LOFFT ist während der gesamten Tanzplattform Deutschland 2002 eine Fotoausstellung von Gisela Dilchert zu sehen.


Constanza Macras/tamagotchi Y2K, Berlin
Samstag, 09.02.2002 / 16.00 Uhr
Sonntag, 10.02.2002 / 16.00 Uhr
Werk II
»MIR – A Love Story«
(Part One – The Conquer)

Constanza Macras, in Buenos Aires/Argentinien geboren, lebt seit 1995 als Tänzerin und Choreografin in Berlin. Mit ihrer Compagnie »tamagotchi Y2K« realisiert sie ihr Projekt »MIR – A Love Story« in einem Prolog und drei Teilen. »Part One – The Conquer« ist eine temporeich-verrückte Performance von Astronauten in einer Raumstation, eine Allegorie um Kommunikation und Isolation, Orientierungs- und Schwerelosigkeit von Liebenden.


Sieben Kurzchoreografien
Samstag, 09.02.2002 / 16.00 Uhr
Sonntag, 10.02.2002 / 16.00 Uhr
bagage-Zelt
»Kurz gesagt: Tanz«
Felix Bürkle, Essen: »Sprachlos«
Stefan Haufe, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin: »X-Large«
Josef Kiss, Berlin: »How's this for a start to your day?«
Jana Lück, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin: »Dinner für hungrige Kannibalen«
Gerhard Maaß, Berlin: »König. Deutschland«
Alexandre Sementchoukov, Theater der Landeshauptstadt Magdeburg: »Das Lied des Todes«
Eduard Nicolae Taranu, Bühnen der Stadt Gera: »2 x Ich«

Im bagage-Theaterzelt werden einige der besten Kurzchoreografien junger Choreografen des Jahres 2001 vorgestellt. Das Programm setzt sich aus Bewerbungen für die Tanzplattform Deutschland 2002 sowie einigen Beiträgen speziell aus Ostdeutschland zusammen. Manege frei für choreografische Arbeiten einer nächsten Generation.


Günther Wilhelm und labor G. RAS, Berlin
Samstag, 09.02.2002 / 19.30 Uhr
Schauspielhaus
»Vorgang benutzt«
»Quartet«
Choreografie: David Hernandez

Günther Wilhelm studierte Butoh-Tanz und tanzte in mehreren Produktionen von VA Wölfl/NEUER TANZ. In »Vorgang benutzt« zeichnet er den geheimnisvollen Flug einer Fliege nach, der einer scheinbar notwendigen Logik folgt.
Die Compagnie labor G. RAS, von Renate Graziadei und Arthur Stäldi gegründet, versteht sich als »Laboratorium«, in dem auch »Quartet« von David Hernandez (USA/Belgien) entstand – drei Energiefelder im Spiel mit einer unsichtbaren Kraft aus Atmosphäre, Klängen und Licht.


Thomas Lehmen, Berlin
Samstag, 09.02.2002 / 22.00 Uhr
Peterskirche
»mono subjects«

Thomas Lehmen hegt Skepsis gegenüber dem Tanz und wirft Aufführungskonventionen über Bord. Er ist ein wichtiger Vertreter der sogenannten Konzeptkunst. »mono subjects« verweigert sich der Choreografie und stellt choreografierte Fragen nach dem Verhältnis zwischen Realität, Wahrheit und Bühne. Drei Performer, auch als Tänzer und Musiker fungierend, zeigen in exponierter Privatheit die Kluft zwischen Öffentlichkeit und Intimität.


Bremer Theater
Abschlussvorstellung / Final performance / Soirée de clôture
Sonntag, 10.02.2002 / 19.30 Uhr
Schauspielhaus
»Passionen.Passagen«
Tanzstück von Urs Dietrich

Urs Dietrich gehört zu den bedeutendsten Choreografen der zeitgenössischen Tanzszene Deutschlands. Nach seinem Studium an der Folkwang Hochschule Essen schuf er zahlreiche Soli und Gruppenarbeiten. Als Leiter des Tanztheaters am Theater Bremen kreiierte er »Passionen.Passagen«, ein temporeiches Stück für 10 Tänzer um Gruppenverhalten, Humanismus und Selbstzerstörung. Eine gesellschaftliche Studie voller Gewalt, Leiden und Leidenschaft, den Blick lenkend auf archaische Elemente des Einzelnen und des Menschen in der Gemeinschaft.




Rahmenprogramm



Wettbewerb »Das beste deutsche Tanzsolo«
Freitag, 08.02.2002 / 22.00 Uhr: 1. Runde / Teil I
Samstag, 09.02.2002 / 22.00 Uhr: 1. Runde / Teil II
Sonntag, 10.02.2002 / 22.00 Uhr: 2. Runde und Preisverleihung
Konzeption: Alain Platel, Gent
Künstlerische Leitung: Wolfgang Krause Zwieback, Leipzig

Der beliebte Wettbewerb stammt aus Gent, wo er unter dem Titel »Das beste belgische Tanzsolo« unter der Leitung von Alain Platel dreimal stattgefunden hat. In Leipzig wird er jetzt zum 5. Mal veranstaltet. Die Grenzen zwischen Profis und Nicht-Profis sind aufgehoben. Nach einer internen Vorauswahl stellen sich die Tänzer mit ihren Soli von 5 Minuten Länge auf einem runden Tisch dem Publikum und einer fünfköpfigen Jury.



Matineen – Beiträge aus der lokalen Tanzszene

Großer Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater
»Felix Mendelssohn Bartholdy«

Freitag, 08.02.2002 / 11.00 Uhr / Matinee I
Palucca Schule Dresden
»Hommage à Palucca«
Gret Palucca zum 100. Geburtstag
Choreografien von Gret Palucca, Anke Glasow, Mario Heinemann, Dietmar Seyffert, Irina Pauls, Holger Bey, Silvana Schröder, Raymond Hilbert, Arila Siegert, Mario Schröder und Birgit Scherzer
Homepage: http://palucca-smwk.de

Samstag, 09.02.2002 / 11.00 Uhr / Matinee II
Ballettschule der Oper Leipzig und Junge Choreografen des Leipziger Balletts
Choreografien von Cordula Ege, Mirko Mahr, Michael Veit und Montserrat León
Homepage Ballettschule: www.oper-leipzig.de
Homepage Ballett der Oper Leipzig: www.leipziger-ballett.de

Sonntag, 10.02.2002 / 11.00 Uhr / Matinee III
Leipziger Tanztheater
»Gelb«
Choreografie: Jonna Huttunen
Tanzstück nach Motiven des gleichnamigen Romans von Jeff Noon
Homepage: www.leipzigertanztheater.de
Tanzarchiv Leipzig e.V.



Das Leipziger Tanzarchiv stellt sich vor

Samstag, 09.02.2002 / 12.45 Uhr

Das Leipziger Tanzarchiv ist neben dem Deutschen Tanzarchiv in Köln das einzige seiner Art in Deutschland. Es wurde 1957 von Dr. Kurt Petermann gegründet, der dies bis zu seinem Tode 1984 leitete. Es ist Spezialbibliothek, Dokumentationsstelle und Archiv. Als Ort für die Tanzwissenschaft und –praxis organisiert es auch Vorträge, Seminare und Ausstellungen. Die Theaterwissenschaftlerin Dr. Janine Schulze ist seit April 2000 Geschäftsführerin und wird einen kurzen Einblick in die Arbeit und Angebote des Tanzarchivs Leipzig e.V. geben.
Homepage: www.tanzarchiv-leipzig.de



Sonntag, 10.02.2002 / 12.45 Uhr
»Tanzplattform Deutschland – Sinn, Unsinn und Zukunft«
Podiumsdiskussion
Moderation: Michael Freundt
(Die Diskussion erfolgt in Deutsch mit englischer Übersetzung.)

Zum Abschluss der Tanzplattform Deutschland 2002 werden die Veranstalter und Koproduzenten ein Resumee ziehen und öffentlich darüber nachdenken, ob die Tanzplattform eine Zukunft hat. Publikum und Presse sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.