22. Festival 2012

Hauptprogramm

Freitag 09. Nov. // 22.00 – 23.30 Uhr

Ab 12 Jahre

Samstag 10. Nov. // 17.00 – 18.30 Uhr und 22.00 – 23.30 Uhr

Theater fact


Kopp / Nauer / Vittinghoff, Bern


»Jenseits von Gut und Böse«   (Videoausschnitt  )

Theaterstück für zwei Schauspieler und drei Puppen
Deutschlandpremiere


Konzeption und Text:

Armin Kopp, Philippe Nauer, Dirk Vittinghoff

Inszenierung:

Dirk Vittinghoff

Bühnenbild:

Ruedi Steiner

Puppenbau:

Priska Praxmarer

Darsteller:

Armin Kopp, Philippe Nauer



»Herbstzeitlose« – sie ist sowohl Heil- als auch Giftpflanze. Das Gute und das Böse lassen sich nicht klar voneinander abgrenzen. Gunther, Pfarrer einer kleinen Landgemeinde, glaubt unerschütterlich an das Gute im Menschen und kümmert sich um die Wiedereingliederung von »Problembürgern«. Dies sind der fette Säufer Wolfgang, der Neonazi Björn, der cholerische Ausländer Hashem und die schwangere Iris. Gunthers Barmherzigkeit entpuppt sich bald als Besessenheit, die keine Widerrede duldet.

Das Stück basiert auf dem dänischen Kinofilm »Adams æbler« (»Adams Äpfel«) von Anders Thomas Jensen, 2005, und dem Sachbuch »Jenseits von Gut und Böse – Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind« von Michael Schmidt-Salomon, 2009. Der Schweizer Regisseur Dirk Vittinghoff, geboren 1960 in Mülheim an der Ruhr, inszenierte humorvoll und abgründig verschiedene Formen des Glaubens. Fragen nach Existenz, Leid, Tugend und Moral erscheinen als federleichte Komödie und gleichzeitig als rabenschwarze Tragödie. Der Mix aus Schauspiel und Figurentheater schafft eine spezielle, schwebende Darstellungsform.

Armin Kopp, geboren 1959 in Graz, und Philippe Nauer, geboren 1966 in Zürich, gehören zu den bekanntesten Darstellern der freien Schweizer Theaterszene. Philippe Nauer war als Darsteller in »Torrance & Grady« mit der Compagnie vroom, Zürich, bei der euro-scene Leipzig 2003 vertreten.


»Philippe Nauer und Armin Kopp gelingt die Magie, sowohl als Pfarrer wie als Neonazi glaubwürdig zu sein und gleichzeitig die Puppen Hashem und Wolfgang furchterregend lebendig werden zu lassen. In diesem Kontrast wird ein Mensch sichtbar: zerbrechlicher und gefährdeter, als es ihm gefallen dürfte« (Kaa Linder, Schweizer Radio DRS 2, Basel, 13.02.2012).


Uraufführung: 11.02.2012, Schlachthaus Theater Bern
Kontakt: www.knpv.ch
Produktion: Michael Röhrenbach, Bern
Koproduktion: Schlachthaus Theater Bern

Das Gastspiel in Leipzig erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, Zürich.