20. Festival 2010

Hauptprogramm

Freitag 05. Nov. // 16.00, 17.00 und 18.00 Uhr (jeweils ca. 17 Minuten)
Samstag 06. Nov. // 16.00, 17.00 und 18.00 Uhr (jeweils ca. 17 Minuten)
Sonntag 07. Nov. // 16.00, 17.00 und 18.00 Uhr (jeweils ca. 17 Minuten)
Alte Hauptpost / Augustusplatz

Socìetas Raffaello Sanzio, Cesena


»Storia contemporanea dell'Africa. Vol. III«

(»Zeitgenössische Geschichte von Afrika. Teil III«)   (Videoausschnitt  )

Performance
Deutschlandpremiere



Konzeption und Lichtdesign:

Romeo Castellucci

Bühnenelement:

Istvan Zimmermann, Giovanna Amoroso (Studio Plastikart)

Darsteller:

Agata Castellucci, Cosma Castellucci, Eva Castellucci, Teodora Castellucci, Demetrio Castellucci, Romeo Castellucci, Sebastiano Castellucci

Am 05. Nov., 14.30 Uhr, werden die Filme »Inferno«, »Purgatorio« und »Paradiso«, Aufzeichnungen der gleichnamigen Stücke von Romeo Castellucci, gezeigt.
Gespräch mit Romeo Castellucci: Dr. Martina Bako, Leipzig



»Spurensuche« – ein Vater tritt in den Raum und sucht die Erinnerung. Langsam nähert er sich. Einsamkeit umfängt ihn. Dann folgen Kinder – seine Kinder? Schweigend versammelt sich die Gemeinschaft um den Vater, einen Vater, ihren Vater. Ein Sarkophag wird aufgestellt. Der Vater legt sich hinein und entschwindet, nachdem die Kinder Abschied genommen haben. Ein religiös anmutendes Ritual im Dämmerschein. Ein Theater der Gesten, der inneren Bilder und Assoziationen, jenseits von Sprache.

Geheimnisvolle afrikanische Geschichten wurden in der Kindheit erzählt, vom Vater Stefano dem Vater Romeo, der diese wiederum an seine Kinder weitergibt. Demut – ein vergessenes Wort? Demut vor unseren Vätern, vor der Vergangenheit. Einzig der III. Band ist verfügbar in der Mitte des Lebens – und zerfällt doch im gleichen Moment des Lesens zu Staub. Die Bände I und II wurden geschrieben, sind jedoch unauffindbar. Der Epilog kann warten. In der »Storia contemporanea dell'Africa« erscheint das Universum von Romeo Castellucci wie in einem Brennspiegel – eine komprimierte Variante seiner großen Produktionen, die um die ganze Welt reisen, dargestellt mit den eigenen sechs Kindern.

Die Socìetas Raffaello Sanzio ist eine der wichtigsten und radikalsten Theatergruppen des europäischen Gegenwartstheaters. Sie wurde von Romeo Castellucci, der 1960 in Cesena (nahe Bologna) geboren wurde, im Jahre 1980 gegründet. Er studierte Bühnenbild und Malerei an der Accademia di Belle Arti in Bologna und verbindet Sprech- und Körpertheater, Musik, Oper, Malerei, Bilderwelten und neue Technologien. Die Compagnie war bereits mehrfach bei der euro-scene Leipzig zu Gast: »Giulio Cesare« (»Julius Caesar«, 1997), »Voyage au bout de la nuit« (»Reise ans Ende der Nacht«, 2000), »Buchettino« (»Der kleine Däumling«, 2005) und »Hey girl!« (2007).


Uraufführung: 31.07.2008, Sala Turbine, Festival Centrale Fies, Dro

Kontakt: www.raffaellosanzio.org

Produktion: Socìetas Raffaello Sanzio
Koproduktion: Festival Centrale Fies

Das Gastspiel in Leipzig erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Istituto Italiano di Cultura, Berlin.