20. Festival 2010

Hauptprogramm

Donnerstag 04. Nov. // 19.30 – 21.00 Uhr
Freitag 05. Nov. // 19.30 – 21.00 Uhr
Theater der Jungen Welt

Jaunais Rīgas teātris (Neues Theater Riga), Riga


»Sonja«   (Videoausschnitt  )

Theaterstück



Text:

Tatjana Tolstaja

Inszenierung:

Alvis Hermanis

Toncollage:

Andris Jarans

Ausstattung:

Kristine Jurjane

Lichtdesign:

Krisjanis Strazdits

Darsteller:

Gundars Āboliņš, Jevgeņijs Isajevs

In russischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung
Simultansprecher: Andreas Petri, Berlin



»Spurensuche« – zwei Einbrecher durchstöbern eine Wohnung. Hier wohnt Sonja, ein Dienstmädchen, ein wenig beschränkt, ein wenig hässlich und einsam. Aber sie verfügt auch über Talente: Sie kann ausgezeichnet kochen und nähen und ist eine begnadete Nervensäge. Doch eines Tages erhält sie einen Liebesbrief, glühend und ernsthaft, und Sonjas Herz steht in Flammen. Und sie begibt sich auf die Suche nach diesem neuen, unerwarteten Glück.

In ihrer präzisen Beobachtung und metaphernreichen Sprache ist die Erzählung »Sonja« (1991) von Tatjana Tolstaja, geboren 1951 in Leningrad (St. Petersburg), ein exzellentes Beispiel für die besondere Qualität moderner russischer Literatur. Gundars Āboliņš schlüpft hinreißend von der Rolle des Einbrechers in die der Sonja und zeigt äußerst berührend die Verwandlung durch die Liebe.

Alvis Hermanis, geboren 1965 in Riga, erhielt eine Ausbildung zum Schauspieler am Lettischen Konservatorium seiner Heimatstadt. Schon an der Schauspielschule begann er, Regie zu führen. Seit 1993 arbeitet er am Neuen Theater Riga, dessen künstlerischer Leiter er seit 1997 ist. Er gehört zu den wichtigsten Regisseuren Osteuropas und wird weltweit auf internationale Festivals eingeladen. 2007 erhielt er den Europäischen Theaterpreis »New theatrical realities« (»Neue Theaterrealitäten«) in Thessaloniki. Bei der euro-scene Leipzig gastierte er mit »Tālāk« (»Weiter – Nach Gorki«) als Festivaleröffnung 2004.


»Hermanis erzählt in ›Sonja‹ bei weitem nicht nur die Geschichte seiner Figur. Er erzählt von der Lust und der (begrenzten) Fähigkeit des Menschen, sich in einen anderen hineinzuversetzen. Er erzählt sowohl vom Potenzial der Imagination als auch von der Notwendigkeit, an ihrer Richtigkeit zu zweifeln. So ist das Stück poetisch und zugleich politisch – ein Meisterwerk« (Judith Helmer, www.corpusweb.net, Wien, 14.05.2007).


Uraufführung: 11.04.2006, Jaunais Rīgas teātris

Kontakt: www.jrt.lv

Produktion: Jaunais Rīgas teātris