20. Festival 2010

Hauptprogramm

Dienstag 02. Nov. // 19.30 – 21.00 Uhr / Festivaleröffnung
Mittwoch 03. Nov. // 19.30 – 21.00 Uhr
Centraltheater


les ballets C de la B / Alain Platel, Gent


»Out of context – for Pina«
(»Außerhalb des Zusammenhangs – für Pina«)   (Videoausschnitt  )

Tanzstück



Konzept und Regie:

Alain Platel

Musik und Toncollage:

Sam Serruys

Kostüme:

Dorine Demuynck

Lichtdesign:

Carlo Bourguignon

Tanz und Choreografie:

Kaori Ito, Mélanie Lomoff, Rosalba Torres, Mathieu Desseigne Ravel, Emile Josse, Ross McCormack, Romeu Runa, Elie Tass, Hyo Seung Ye

Im Anschluss an die Vorstellung am 02.11. findet ein öffentlicher Empfang statt.

Am 03. Nov., 16.30 Uhr, wird der Film »Passion – Last stop Kinshasa« von Alain Platel gezeigt. Zu Beginn sind die einzigen aufgezeichneten Szenen aus dessen Stück »Bonjour Madame … « zu sehen.
Gespräch mit Alain Platel: Klemens Wannenmacher, Berlin



»Spurensuche« – außerhalb der so genannten Normalität. Neun Außenseiter, Menschen am Rand der Gesellschaft, hüllen sich in rote Decken, als ob sie Schutz bräuchten. Die Bewegungen steigern sich zum Zittern, zum Krampf. Das Unterbewusstsein tritt zu Tage, archaische Kräfte werden freigesetzt bis hin zum Zusammenbruch. Und dann plötzlich: Stille.

Kein Bühnenbild. Keine Musiker. Kein Text. Nur einige Songs und Geräusche. Keine Hilfsmittel. Die Leere als Mittelpunkt des Daseins – eine Herausforderung. Triviales steht neben Reinheit, Lustvolles neben Leidenschaft. Das Stück ist Pina Bausch gewidmet, eine der wichtigsten Choreografinnen des 20. Jahrhunderts. Sie verstarb 2009 – und Alain Platel sieht seine eigenen Spuren auch bei ihr. Nach opulenten Bühnenstücken wie »Wolf« (nach Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, 2003) und nachfolgend immer größeren Produktionen gelangt Alain Platel jetzt zu einer neuen Station seiner Arbeit: dem puren Tanz.

Alain Platel, geboren 1956 und wohnhaft im flämischen Gent, gründete 1986 die Compagnie les ballets C de la B. Er gehört zu den bedeutendsten Choreografen und Regisseuren unserer Zeit. Bei der euro-scene Leipzig war er bereits mehrfach zu Gast: »La tristeza cómplice« (»Die Traurigkeit teilen«, 1996), »Bernadetje« (1997), »Iets op Bach« (»Kleinigkeiten zu Bach«, 1998), »Allemaal Indiaan«(»Jedermann ist ein Indianer«, 2000), »vsprs« (2006) und »pitié!« (»Erbarme Dich!«, 2008).


»Aber es geschieht ein Wunder, die Läuterung des Geläuterten. Fast unmerklich erhebt sich aus dem Krankheitsbild: das Ballett. Wir staunen und lachen. Solang sich einer nur erinnern kann: Lachen gab es bei Platel seit Ewigkeiten nicht mehr. Lachen im Ballett, das geht« (Arnd Wesemann, tanz, Berlin, April 2010).


Uraufführung: 13.01.2010, Kaaitheater, Brüssel

Kontakt: www.lesballetscdela.be

Produktion: les ballets C de la B

Koproduktion: Kaaitheater, Brüssel / Théâtre de la Ville, Paris / Le Grand Théâtre de Luxembourg / TorinoDanza, Turin / Sadler's Wells, London / Stadsschouwburg Groningen / Tanzkongress 2009, Hamburg / Kulturstiftung des Bundes / Wiener Festwochen