19. Festival 2009

Hauptprogramm


Sonntag 8. Nov. // 19.30 – 20.45 Uhr / Festivalabschluss
Centraltheater


Compagnie Mossoux–Bonté, Brüssel


»Nuit sur le monde«
(»Nacht über der Welt«)   (Videoausschnitt  )

Tanzstück
Deutschlandpremiere



Konzeption und Lichtdesign:

Patrick Bonté

Inszenierung und Choreografie

Nicole Mossoux, Patrick Bonté

Musik

Victor Kissine

Bühnenbild

Catherine Cosme

Kostüme

Colette Huchard

Tänzer

Leslie Mannès, Ayelen Parolin, Maxence Rey, Candy Saulnier, Sébastien Jacobs, Armand van den Hamer

Sängerin

Sylvie Merck



Sechs Figuren scheinen mit einer Wand verwachsen, eine Art lebenden Bildes, ein Flachrelief aus Lehm. Langsam treten die Gestalten aus dem Hintergrund heraus und werden zu gefühlvollen, verletzlichen Wesen. Sie sind sich gegenseitig Stütze und Last, zeigen Verständnis und Verwirrung, Macht und Unterwerfung. Doch ihr Zusammenhalt ist nicht von Dauer, Risse entstehen im vermeintlichen Gefüge.

Die drei Teile von »Nuit sur le monde« (»Nacht über der Welt«) haben sich über zwei Jahre hin entwickelt und stehen für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: »Noli me tangere« (»Berühr mich nicht«), »Ad mortem festinamus« (»Wir eilen dem Tod entgegen«) und »Sola sub nocte« (»Allein in der Nacht«). Es geht um die Zonen zwischen Leben und Tod, auch um die vergebliche Suche nach echter Gemeinschaft in unserer hoch entwickelten Gesellschaft. Zwischentöne bestimmen die Ästhetik des Tanzstücks, das durch suggestive Bilder und die intensive Musik von Victor Kissine, 1953 in Leningrad geboren und seit 1990 in Belgien lebend, entscheidend geprägt wird.

Nicole Mossoux ist Tänzerin und Choreografin, Patrick Bonté lässt sich als Regisseur oft von Bildender Kunst inspirieren. Beide wurden 1965 in Brüssel geboren und schufen gemeinsam seit 1985 mehr als 22 Produktionen und drei Filme. Für den ersten Teil von »Nuit sur le monde« erhielten sie 2007 den Kritikerpreis des Mimos-Festivals in Périgueux. Bei der euro-scene Leipzig war von der Compagnie Mossoux–Bonté bereits »Les dernières hallucinations de Lucas Cranach« (»Die letzten Halluzinationen von Lucas Cranach«, 1995) und »Simonetta Vespucci« (2000) zu sehen.


»Begehren, Sinnlichkeit, Fremdartigkeit, Poesie und Fragen nach dem Schicksal der Menschheit finden sich in diesem Stück … eine verwirrende, beunruhigende, anziehende Welt, ausweglos und gleichzeitig wunderbar offen« (Jean-Marie Wynants, Le Soir, Brüssel, 12.02.2009).


Uraufführung: 29.11.2007, Chapelle des Brigittines, Brüssel

Internetseiten der Compagnie: www.mossoux-bonte.be

Produktion: Compagnie Mossoux-Bonté,
Koproduktion: Les Brigittines, Brüssel

Das Gastspiel in Leipzig erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Wallonie-Bruxelles International WBI, Brüssel.