18. Festival 2008 / Programm

Gesamtprogramm mit Kurztexten


euro-scene Leipzig

18. Festival zeitgenössischen europäischen Theaters

04. – 09. November 2008

»Taumelnd auf glatter See«

Theater und Tanz aus dem alten und neuen Europa

Unter der Schirmherrschaft von Burkhard Jung,
Oberbürgermeister der Stadt Leipzig

Festivaldirektorin und Programm: Ann-Elisabeth Wolff
Carte blanche: Tilmann Broszat, künstlerischer Leiter des Festivals SPIELART, München



Festivalprogramm


Di. 04. Nov. // 19.30 – 20.45 Uhr (Festivaleröffnung)
Mi. 05. Nov. // 19.30 – 20.45 Uhr
Peterskirche
Centre chorégraphique national d’Orléans / Josef Nadj
»Entracte« (»Pause«)
   (Videoausschnitt  )
Tanzstück
Deutschlandpremiere

Vier Tänzer, vier Musiker und ein Bühnenbild aus Eisschollen, Glas und Treppen. Josef Nadj, einer der wichtigsten Choreografen Europas, schuf sein faszinierendes Tanzstück um das Thema ständiger Veränderung und des Taumels.

Im Anschluss am 05. Nov.: Publikumsgespräch
Moderation: Nele Hertling, Vizepräsidentin der Akademie der Künste, Berlin, und ehemalige Intendantin des Hebbel-Theaters Berlin


Mi. 05. Nov. // 19.30 – 21.45 Uhr
Do. 06. Nov. // 22.00 – 00.15 Uhr
Schaubühne Lindenfels
Cuqui Jerez, Madrid
»The real fiction« (»Die wahre Fiktion«)
 (Videoausschnitt  )

Carte blanche – ausgewählt durch Tilmann Broszat,
künstlerischer Leiter des Festivals SPIELART, München

Die Performance der Regisseurin Cuqui Jerez ist eines der überraschendsten Theaterstücke der letzten Jahre. Zwischen Sein und Schein zeigt es die Möglichkeiten eines experimentellen Lustspiels und geht bis an die Grenzen des Theaters.

Im Anschluss am 05. Nov.: Publikumsgespräch
Moderation: Dr. Martina Bako, Theaterwissenschaftlerin, Universität Leipzig


Mi. 05. Nov. // 22.00 – 23.30 Uhr
Do. 06. Nov. // 19.30 – 21.00 Uhr
Kellertheater der Oper Leipzig
Jonathan Burrows & Matteo Fargion, London
»The quiet dance« (»Der stille Tanz«)
& »Speaking dance« (»Sprechender Tanz«)
 (Videoausschnitt  )
Performances

Zwei Männer vertiefen sich in einen hinreißenden Dialog zwischen Gestik, Musik und Tanz. Der britische Choreograf Jonathan Burrows und der italienische Komponist Matteo Fargion begeisterten damit bereits in 37 Ländern.


Do. 06. Nov. + Fr. 07. Nov. // 19.30 – 20.30 Uhr
Theater der Jungen Welt
Centre chorégraphique national d’Orléans / Josef Nadj
»Woyzeck – ou L’ébouche du vertige«
(»Woyzeck – oder Der Entwurf des Taumels«)
 (Videoausschnitt  )
Tanzstück nach Georg Büchner

Der Soldat Woyzeck wird durch Lebensumstände und die Untreue seiner Frau zum Mord getrieben. Josef Nadj entwickelt nach Georg Büchner ein Feuerwerk visueller Erfindungen ohne Worte – ein Kultstück des französischen Theaters.

Im Anschluss am 07. Nov.: Publikumsgespräch
Moderation: Nele Hertling, Vizepräsidentin der Akademie der Künste, Berlin, und ehemalige Intendantin des Hebbel-Theaters Berlin


Fr. 07. Nov. // 19.30 – 20.30 Uhr
Sa. 08. Nov. // 22.00 – 23.00 Uhr
Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« / Dittrichring 21
The Collective of Natural Disasters, Budapest
»Ipsum – önmagadat« (»Ipsum – Du selbst«)
 (Videoausschnitt  )
Theaterstück
Deutschlandpremiere
(In ungarischer Sprache mit deutscher Übertitelung)
Achtung: Nicht geeignet für Asthmatiker und Epileptiker!

Dieser suggestive Theatermonolog von György Árvai zeigt ein unheimliches Wesen als Mutter, Hexe, Hure und Heilige, das bei einer vermeintlichen Kochshow die Küche allmählich in ein gespenstisches Hexenlabor verwandelt.

Im Anschluss am 07. Nov.: Publikumsgespräch
Moderation: Dr. Martina Bako, Theaterwissenschaftlerin, Universität Leipzig


Fr. 07. Nov. + Sa. 08. Nov. // 22.00 – 23.15 Uhr
Spiegelpalast in der Kongresshalle
Orphtheater, Berlin
»Panoptikum der Träume«
 (Videoausschnitt  )

Nach »Todesanzeige und andere Texte« von Heiner Müller inszenierte Uwe Schmieder eine musikalische Revue mit großer Schauspielbesetzung und der Punkband The No Fears als abenteuerliche Zeitreise bis in die DDR.

Im Anschluss an beide Vorstellungen: Publikumsgespräch
Moderation: Michael Freundt, stellv. Direktor des Internationalen Theaterinstituts (ITI), Berlin


Fr. 07. Nov. // 22.00 – 23.00 Uhr
Sa. 08. Nov. // 19.30 – 20.30 Uhr
LOFFT
Quasi stellar dance company / Apostolia Papadamaki, Athen
»Electric girl«
(»Elektrisches Mädchen«)
 (Videoausschnitt  )
Tanzstück
Deutschlandpremiere

Das Tanzstück der Choreografin Apostolia Papadamaki geht auf die Vermarktung von Mädchen als Beleuchtungskörper zu Beginn des Zeitalters der Elektrizität zurück. Die Tänzerin Hara Kotsali und der Live-Musiker Blaine Reininger zeigen eine ungewöhnliche Zweierbeziehung. Erstes Gastspiel aus Griechenland!


Sa. 08. Nov. // 15.00 – 16.00 Uhr
So. 09. Nov. // 11.30 – 12.30 Uhr
Kellertheater der Oper Leipzig
Theater Danny & Dessi, Haskovo
»Printzesa Kaptschitza«
(»Prinzessin Tröpfchen«)
 (Videoausschnitt  )
Kinderstück
Deutschlandpremiere

Einst vor vielen Jahren lag am Meeresgrund ein Wasserreich. Hier soll Prinzessin Tröpfchen, die nur den Prinzen Murmel liebt, gegen ihren Willen verheiratet werden. Die bulgarische Puppenspielerin Tania Evtimova zaubert poetische Bilder mit Stoffpuppen, wenig Worten und viel Musik.

Für Kinder (ab 3 Jahre) und Erwachsene


Sa. 08. Nov. + So. 09. Nov. // 15.30 – 17.15 Uhr
BMW Werk Leipzig
E-Motion, Düsseldorf
»2nd ID«
 (Videoausschnitt  )
HipHop-Tanzstück

HipHop-Tanzstück mit den besten HipHop-Tänzern Deutschlands, an deren Spitze der Japaner Takao Baba steht. Akrobatisch und witzig wirbeln sie über die Bühne, und doch klingen in Videoeinspielungen auch nachdenkliche Töne zu ihrer unterschiedlichen kulturellen Herkunft, Liebe und Tradition an.

Für Kinder und Jugendliche (ab 8 Jahre) und Erwachsene

Im Anschluss an beide Vorstellungen: Publikumsgespräch
Moderation: Rolf Dennemann, künstlerischer Leiter Festival off limits, Dortmund (08. Nov.) / Célestine Hennermann, Berlin (09. Nov.)


Sa. 08. + So. 09. Nov. // 17.00 – 18.00 Uhr
Schaubühne Lindenfels
Centre chorégraphique national d’Orléans / Josef Nadj
»Journal d’un inconnu«
(»Tagebuch eines Unbekannten«)
 (Videoausschnitt  )
Tanzsolo
Deutschlandpremiere

Dieses Tanzsolo von und mit Josef Nadj bewegt sich voller hinreißendem Einfallsreichtum zwischen Komik und Katastrophe, Schmerz und Lebenslust. Nadj durchstöbert sein eigenes Tagebuch aus jugoslawischer Vergangenheit sowie Gedichte von Ottó Tolnai und dringt ins Unterbewusstsein der menschlichen Seele.


Sa. 08. Nov. // 19.30 – 21.30 Uhr
So. 09. Nov. // 19.30 – 21.30 Uhr (Festivalabschluss)
Centraltheater (ehem. Schauspielhaus)
Les Ballets C. de la B. / Alain Platel & Fabrizio Cassol, Gent
»pitié!«
(»Erbarme Dich!«)
 (Videoausschnitt  )
Tanzstück

Was bedeutet es heute, ein Opfer zu bringen? Wie steht es um unsere Fähigkeit zu Anteilnahme und Mitleid? Der berühmte belgische Choreograf Alain Platel stellt, gemeinsam mit zehn phantastischen Tänzern, drei Sängern und acht Musikern, diese Fragen in Anlehnung an die »Matthäuspassion« von Johann Sebastian Bach. Mit dem Komponisten Fabrizio Cassol, der die Musik frappierend modern bearbeitete, entstand ein herausragendes, betroffen machendes Tanzstück.

Im Anschluss an beide Vorstellungen: Publikumsgespräch
Moderation: Klemens Wannenmacher, Coaching und Kulturberatung, Berlin



Rahmenprogramm

Der Eintritt aller Veranstaltungen ist frei (außer Workshop).


Di. 04. Nov. – Fr. 07. Nov. // 11.00 – 20.00 Uhr
Sa. 08. Nov. – So. 09. Nov. // 10.00 – 18.00 Uhr
Galerie Irrgang
Ausstellung
»Les corneilles« (»Die Krähen«)
Zeichnungen von Josef Nadj
Di. 04. Nov., 11.00 – ca. 12.30 Uhr Pressekonferenz zur Festivaleröffnung
und Vernissage in Anwesenheit von Josef Nadj (beides öffentlich)
Einführung: Dr. Meinhard Michael, Journalist und Kunsthistoriker, Leipzig


Mi. 05. Nov. // 17.00 – ca. 18.30 Uhr
Festivalcafé im Telegraph
Film »Woyzeck« von Werner Herzog
nach dem Bühnenfragment von Georg Büchner mit Klaus Kinski und Eva Mattes
Einführung: Dr. Martina Bako, Theaterwissenschaftlerin, Universität Leipzig


Do. 06. Nov. + Fr. 07. Nov.
Evangelisches Schulzentrum/Aula
jeweils 14.30 – 16.00 Uhr für Anfänger (Teil I + II)
jeweils 17.00 – 18.30 Uhr für Fortgeschrittene (Teil I + II)
HipHop-Workshop »HipHop – Die zweite Identität«
mit Takao Baba, E-Motion, Düsseldorf


Do. 06. Nov. // 17.00 – ca. 18.45 Uhr
Festivalcafé im Telegraph
Tanzfilme »Die Ruhe vor dem Sturm«
Sinnsuche und menschliche Abgründe im zeitgenössischen Tanz
/ »Borrowed light« (»Oberlicht«) von Tero Saarinen, Helsinki
/ »Der Gefesselte« von Jan Schmidt-Garre mit S. Teshigawara und C. Harfouch
/ »Break« (»Pause«) von Liz Aggiss und Billy Cowie, London
Konzeption und Moderation: Dr. Janine Schulze, Geschäftsführerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin Tanzarchiv Leipzig


Fr. 07. Nov. // 17.00 – ca. 18.45 Uhr
Festivalcafé im Telegraph
Zwei Filme von und mit Josef Nadj
/ »Dernier paysage« (»Letzte Landschaft«) von und mit Josef Nadj
/ »Paso doble« von Agustí Torres mit Miquel Barceló und Josef Nadj
Deutschlandpremieren
Einführung: Dr. Martina Bako, Theaterwissenschaftlerin, Universität Leipzig


Sa. 08. Nov. // 14.30 – ca. 16.00 Uhr
Festivalcafé im Telegraph
Kritikerrunde »Stille Wasser sind tief«
Der Taumel auf der Theaterbühne und anderswo
Gesprächsteilnehmer:
Katja Werner, Journalistin und Tanzkritikerin, ballet-tanz, München-Berlin
Peter Michalzik, Journalist und Theaterkritiker, Frankfurter Rundschau (angefragt)
Dirk Pilz, Theaterkritiker, Mitbegründer und Redakteur nachtkritik.de, Berlin
Klaus Witzeling, Tanz- und Theaterkritiker, Kulturjournalist, Hamburger Abendblatt

Moderation: Prof. Dr. Günther Heeg, Theaterwissenschaftler, Universität Leipzig


Sa. 08. Nov. // ab 23.30 Uhr
Festivalcafé im Telegraph
Festivalparty
mit Musikern der Gastspiele »pitié!« und »vsprs« (2006) von Alain Platel & Fabrizio Cassol, Gent:
Tcha Limberger, Violine und Gesang, Philippe Thuriot, Akkordeon, und Vilmos Csikos, Kontrabass


So. 09. Nov. // 14.30 – ca. 16.00 Uhr
Festivalcafé im Telegraph
Gespräch und Film
/ Gespräch mit Alain Platel, Choreograf und Regisseur, Gent
Moderation: Michael Freundt, stellv. Direktor des Internationalen Theaterinstituts (ITI), Berlin
/ Film »Tanz und Ekstase – Alain Platels ›vsprs‹« von Sophie Fiennes