16. Festival 2006

Hauptprogramm


Samstag 11. Nov. // 22.00 – 23.15 Uhr
Sonntag 12. Nov. // 17.00 – 18.15 Uhr
Schaubühne Lindenfels

Hotel Pro Forma, Kopenhagen


»Theremin«

Theaterstück
Deutschlandpremiere



Konzept und Inszenierung:

Kirsten Dehlholm, Willie Flindt

Musik:

Gert Sørensen

Libretto:

Michael Valeur

Bühnenbild und Lichtdesign:

Steffen Aarfing

Kostüme:

Anne Mette Sørensen

Technische Leitung:

Jesper Sønderstrup

Darsteller:

Maria Rich, Lars Bjørn, William Rosenberg

Kinder:

Anna Svideniouk Egholm, Igor Svideniouk Egholm, Adam Emme Jørgensen, Sophus Moseholm

Musikerin:

Lydia Kavina, Theremin

In dänischer Sprache mit deutscher Übertitelung



Die Stimmen nehmen durch das sonderbare Instrument einen außerirdischen Klang an. Schwingend, verzerrt, mal hoch, mal tief, mal alt, mal jung. Die Mutter, die Ehefrauen, die Schülerin und weitere Gefährtinnen eines bemerkenswerten Mannes kommen in diesem Stück zu Wort – in Gestalt einer einzigen Schauspielerin.

»Theremin« erzählt vom Leben des genialen, aber auch zwiespältigen Physikers und Cellisten Leon Theremin (geboren 1896 als Lev Sergejewitch Termen in St. Petersburg, gestorben mit 97 Jahren 1993 in Moskau). Ein Jahrhundert russischer Geschichte, ein Dasein zwischen New York und Moskau, zwischen Gefangenschaft und Spionage. Theremin erfand das erste elektronische Musikinstrument der Welt, das zunächst Ätherophon hieß und später nach ihm benannt wurde. Es erzeugt Töne, ohne dass man es berührt, allein durch elektrische Schwingungen, mittels Bewegungen der Hände. Alfred Hitchcock verwendete diese Klänge in seinen Filmen, und ähnlich gespenstisch wirkt die Abstraktion der Generationen und vor allem das Spiel der Kinder.

Hotel Pro Forma ist die wichtigste experimentelle Theatergruppe Dänemarks. Kirsten Dehlholm, geboren 1945 in Vejle, gründete die Compagnie 1985 und leitet sie bis heute. Hotel Pro Forma versteht sich als interdisziplinäre Produktionsstätte, arbeitet mit Künstlern verschiedener Sparten wie Schauspielern, Komponisten und Architekten zusammen und gastierte in zahlreichen Ländern. Zu den wichtigsten Stücken der letzten Jahre gehören »Calling Clavigo« (2002) und »I am only apparently dead« (»Ich bin nur scheintot«, 2005), eine Zusammenarbeit mit dem Dänischen Nationalchor nach Texten von Hans Christian Andersen.


»Die Aufführung im wohlbekannten Hotel Pro Forma-Stil, mit langsamen Bewegungen und der perfekten ästhetischen Ausdrucksweise von nahezu klinischer Schönheit, enthält auch einen Hauch von Vergangenheit. Ein Gedicht zum Gedenken, eigenartig, faszinierend« (Henrik Lyding, Jyllandsposten, Kopenhagen, 11.03.2004).


Uraufführung: 09.03.2004, Danish National Radio House, Kopenhagen

Internetseiten der Compagnie: www.hotelproforma.dk

Produktion: Hotel Pro Forma

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch The Danish Arts Council – Committee for the Performing Arts, Kopenhagen, Königlich Dänische Botschaft, Berlin, und Dänisches Kulturinstitut, Bonn.