14. Festival 2004

Hauptprogramm


Dienstag 09. Nov. // 19.30 – 21.45 Uhr // Festivaleröffnung
Mittwoch 10. Nov. // 19.30 – 21.45 Uhr 
Schauspielhaus

Neues Theater Riga (Jaunais Rigas teatris)


»Weiter – Nach Gorki«
(»Talak«)

Theaterstück nach Motiven von Maxim Gorkis »Nachtasyl«



Textcollage und Inszenierung:

Alvis Hermanis

Bühnenbild und Kamera:

Inese Pormale

Lichtdesign und Videotechnik:

Oskars Plataiskalns

Deutsche Übersetzung und simultan gesprochen:

Matthias Knoll

Darsteller:

Maija Apine, Jana Civzele, Mara Kimele, Elita Klavina, Regina Razuma, Agnese Zeltina, Gundars Abolins, Alvis Hermanis, Andris Keiss, Maris Linins, Aleksandrs Radzevics, Vigo Roga, Andis Strods, unter Mitwirkung von Jevgenijs Isajevs und Aivars Krastins

In lettischer Sprache mit deutscher Simultanübersetzung

Im Anschluss an die Vorstellung am 10. Nov. findet ein Publikumsgespräch statt.
Moderation: Renate Klett, Theaterkritikerin, Berlin

Am 10. Nov. im Anschluss an die Vorstellung kostenloser Bus-Shuttle
zu Schaubühne Lindenfels und LOFFT



Menschen hinter Glas. Man blickt in Küche, Ess-, Wohn-, Schlafzimmer und Fitnessecke. Eine Art »Reality Show« für Zuschauer und gleichzeitig ein Blick in verschiedene Innenwelten. Die Darsteller tragen ihre eigenen Namen und werden per Video bei den Proben gezeigt. Auf der Bühne beherrschen sie eine raffiniert gespielte Mixtur aus Banalität und Künstlichkeit. »Weiter – Nach Gorki« ist die Diagnose einer Gesellschaft, die zunehmend totalitärer wird und den Menschen manipuliert. »Der Mensch – wie stolz das klingt« (Maxim Gorki) – eine Mischung aus Hoffnung, Drohung und Traum.

Das Stück »Nachtasyl« von Maxim Gorki (1868-1936) – uraufgeführt 1902 in Moskau – stellt für Alvis Hermanis eine Art Partitur dar, aus der er einen Teil des Textes und vor allem jedoch den Geist für seine Inszenierung bezieht. Hermanis führt den von Gorki später in »Szenen aus der Tiefe« geänderten Titel hin zum symbolträchtigen »Weiter« und zeigt eine Möglichkeit, sich neben Skepsis und Gesellschaftskritik auch einen tiefen Humanismus zu bewahren.

Alvis Hermanis, geboren 1965 in Riga, erhielt eine Ausbildung zum Schauspieler am Lettischen Konservatorium seiner Heimatstadt. Schon an der Schauspielschule begann er mit dem Regieführen. Seit 1993 arbeitet er am Neuen Theater Riga, als dessen künstlerischer Leiter er bisher über 20 Inszenierungen schuf. Zu seinen herausragenden Arbeiten gehören »Revidents« (»Der Revisor«) von Nikolai Gogol, »Stasts par Kasparu Hauzeru« (»Die Geschichte über Kaspar Hauser«, beide 2002) und »Gara Dzive« (»Das lange Leben«, 2003). Das Neue Theater Riga ist ein Repertoiretheater im Zentrum der Stadt und besticht durch seine modernen, von Vitalität und sozialer Verantwortung getragenen Aufführungen.


»Alvis Hermanis hat mit ›Talak‹ eine Tür zur Weiterentwicklung des Theaters aufgestoßen, er wird es weiter tun … « (Gerd Klee, Wiesbadener Kurier, 26.06.2004).


Uraufführung: 02.01.2004, Riga

Internetseiten der Compagnie: www.jrt.lv

Produktion: Neues Theater Riga

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts, München.