12. Festival 2002

Pressemitteilungen


Pressemitteilung – 24.09.2002

euro-scene Leipzig

12. Festival zeitgenössischen europäischen Theaters

12. – 17. November 2002

»Wurzeln & Visionen«


Die euro-scene Leipzig ist das herausragende Theater- und Tanzfestival im Osten Deutschlands. Sie zählt zu den bedeutendsten Festivals für experimentelles Theater in Europa und erfreut sich in ihrer pulsierenden Atmosphäre bei Publikum und Theaterfachleuten großer Beliebtheit.

Die 12. euro-scene Leipzig widmet sich in diesem Jahr unter dem Motto »Wurzeln & Visionen« Fragen des Daseins, das sich im kurzen Moment der Gegenwart immer gleichermaßen aus Vergangenheit und Zukunft speist. Mit 10 Produktionen in rund 20 Aufführungen und 8 Spielstätten unternimmt das Festival eine Gratwanderung, die sich in einem breiten Spektrum ästhetischer Handschriften auf die Suche nach Ursprung und Hoffnung des Menschen begibt. Die künstlerische Leitung liegt in den Händen der Festivaldirektorin Ann-Elisabeth Wolff.

Neben diesem thematischen Schwerpunkt gibt es auch einen regionalen: das Land Belgien. Im Schmelztiegel der Interkulturalität beheimaten seine beiden Regionen Flandern und Wallonien derzeit die spannendste Theater- und Tanzszene Europas, aus der fünf Produktionen eingeladen wurden.

Die Compagnie Charleroi/Danses wird das Festival mit »Metapolis«, einer Choreografie von Frédéric Flamand in der Ausstattung der berühmten Architektin Zaha Hadid in der Oper Leipzig eröffnen. Mit der Choreografin Anne Teresa de Keersmaeker und ihrer Gruppe ROSAS gibt es ein lang erwartetes Wiedersehen, bei dem ihre Produktion »Rain« präsentiert wird. Erstmals nach Leipzig kommt Meg Stuart/Damaged Goods mit »Alibi«, einem der wichtigsten Stücke der letzten Saison.

Weitere Gastspiele vermitteln wegweisende Entwicklungen der europäischen Theaterlandschaft: Mit zwei Deutschlandpremieren werden das Matarile Teatro aus Santiago de Compostela und die Compagnie eaRis aus Brüssel zu sehen sein. Außerdem wurden das polnische Teatr Cinema und die britische Gruppe Stan’s Cafe eingeladen.

Und schließlich setzt das Festival die Tradition der eigenen Produktionen fort: In der Nachfolge der »Tanzplattform Deutschland 2002«, die im Februar in Leipzig stattfand, richtet sich der Blick auf den Tanz in der eigenen Stadt. In einer Koproduktion mit der Schaubühne Lindenfels erarbeiten Martina La Bonté, Heike Hennig, Takashi Iwaoka und Lara Kugelmann Choreografien zum Thema »Tagwerk«, deren erste Arbeitsergebnisse während des Festivals zu sehen sein werden. Zu den Mentoren des Projekts gehören Chat, Berlin und Jan Pusch, Hamburg.

Innerhalb des Rahmenprogramms gibt es ein Wiedersehen mit Alain Platel aus Gent, der mit seinem Film »Because I sing – The Film« und zu einem Gespräch nach Leipzig kommt. Von der Architektin Zaha Hadid stammen sowohl die Ausstattung von »Metapolis« als auch das Verwaltungsgebäude des neuen BMW Werkes in Leipzig. Sie wird sich in einer Podiumsdiskussion zum Thema »Stadt – Bühne – Bauwerk« äußern. Weiterhin finden »Die zertanzten Schuhe«, ein Tanzstück für Kinder, und mehrere Publikumsgespräche statt.

Die Streichung aller in Aussicht gestellten Mittel durch den Freistaat Sachsen im Juni, also zu einem katastrophal späten Zeitpunkt bei längst verabschiedetem Programm, führte zu einem dramatischen finanziellen Einbruch, der – auch infolge der damit riskierten Drittmittel – beinahe zur Absage des Festivals geführt hätte. Nur durch ein zähes, langwieriges Ringen gemeinsam mit der Stadt Leipzig konnte ein Sinneswandel des Freistaates Sachsen erreicht und die Entscheidung in buchstäblich letzter Sekunde rückgängig gemacht werden. Ohne den Freistaat Sachsen ist auch zukünftig das Festival schier undenkbar.

Das Festival steht unter der Schirmherrschaft der französischen und flämischen Gemeinschaft Belgiens und wird finanziert aus Mitteln der Stadt Leipzig, der Bundesregierung (Beauftragter für Kultur und Medien), des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und weiterer Förderer. Als Hauptsponsor tritt die Sparkasse Leipzig auf, Hauptförderer ist die Allianz-Kulturstiftung. Partner für die Eröffnungsvorstellung ist die BMW Group. Neben diesen treten die Stadtwerke Leipzig, die Deutsche Lufthansa AG und das Holiday Inn Garden Court als Sponsoren auf.

Um allen den Besuch der Aufführungen zu ermöglichen, behält das Festival seine moderaten Eintrittspreise im wesentlichen bei und führt erstmals eine Festivalcard ein, mit der sich diese nochmals leicht reduzieren. Ein neuer Internet-Auftritt vermittelt neben dem aktuellen Programm zahlreiche Hintergrund-Informationen zu Konzeption und Festivalgeschichte. Das kostenlose Programmheft ist beim Festivalbüro und in den Spielstätten erhältlich. Der Kartenverkauf beginnt am 28. September.


Ann-Elisabeth Wolff
Festivaldirektorin

Leipzig, 24.09.2002


Informationen:
euro-scene Leipzig, Gottschedstr. 16, D-04109 Leipzig
Tel. +49 (0) 341 / 9 80 02 84, Fax +49 (0) 341 / 9 80 48 60
info@euro-scene.de / www.euro-scene.de



Pressemiteilung – 18.11.2002

12. euro-scene Leipzig erfolgreich beendet


Als enormer Publikumserfolg geht heute die 12. euro-scene Leipzig zu Ende.

10 Produktionen aus der europäischen Tanz- und Theaterwelt waren für eine Woche in Leipzig zu Gast. Mit großer Offenheit und tiefem Einfühlungsvermögen folgte das Leipziger Publikum den Aufführungen der Compagnien aus dem diesjährigen Schwerpunktland Belgien sowie aus Spanien, Polen, Großbritannien und Deutschland. Rund 7000 Zuschauer besuchten die Vorstellungen und das Rahmenprogramm des Festivals. Ebenso wie die kleinen Spielstätten und die eigens gemietete Messehalle füllten sich die fast 1400 Plätze der Leipziger Oper, in der das Festival in diesem Jahr zum ersten Mal zu Gast war.

Frédéric Flamands »Metapolis« gehörte neben Meg Stuarts »Alibi« und »Rain« von Anne Teresa de Keersmaeker zu den Höhepunkten des Festivals. Äußerst unterschiedliche künstlerische Konzepte repräsentierten die kulturelle Vielfalt und das enorme Potential der französischen und flämischen Kulturlandschaften in Belgien sowie die aktuellen Tendenzen des europäischen Theaters.

Wiederum unternahm die euro-scene Leipzig das Wagnis einer Koproduktion. Mit der Schaubühne Lindenfels entstand »Tagwerk – Werkstatt – Tanz«. Vier choreografische Projekte fanden ein aufmerksames Publikum. Im Dialog der beteiligten Künstler entwickelten sich neue Ideen und Impulse für die Leipziger Tanzszene. Gemeinsam mit den Choreografen und dem Koproduktionspartner soll schon in den nächsten Wochen über die Fortsetzung gesprochen werden.

Angesichts des großen Stellenwertes, welchen die Stadt dem Festival beimisst, und der Ausstrahlung des Festival bundesweit und international, bleibt es die Aufgabe der Festivalleitung, ein kontinuierliches und zuverlässiges finanzielles Engagement des Freistaates Sachsen einzufordern.

Die 13. euro-scene Leipzig ist vom 04. bis 09. November 2003 geplant.


Ann-Elisabeth Wolff, Festivaldirektorin
Michael Freundt, künstlerische Mitarbeit

Leipzig, 18.11.2002


Informationen:
euro-scene Leipzig, Gottschedstr. 16, D-04109 Leipzig
Tel. +49 (0) 341 / 9 80 02 84, Fax +49 (0) 341 / 9 80 48 60
info@euro-scene.de / www.euro-scene.de