11. Festival 2001

Hauptprogramm


Samstag 03. Nov. // 18.00 – 21.30 Uhr (euro-scene Prolog)
Sonntag 04. Nov. // 19.30 – 23.00 Uhr (euro-scene Prolog)
Werk II

Artus Group, Budapest


»Noah Trilogy«
(»Noah-Trilogie«)

Multimediales Theater-Ereignis in drei Teilen

Uraufführung



Inszenierung und Texte:

Gábor Goda

Lichtdesign:

Gábor Kocsis

Video:

Ernst Süss

Computer-Animation:

Orsolya Nyitrai

Darsteller/Darstellerinnen:

Andi Nagy, Bea Gold, Béla Pintér, Ernst Süss, Gábor Goda, Gábor Kocsis, Gyula Francia, Ildikó Mándy

Musiker/Musikerinnen:

Erzsébet Somogyi, Ildikó Barabás, Iván Somló, Lajos Rozmán, Xénia Stollár

In ungarischer Sprache mit Untertiteln und ausführlichen Textbeigaben



Seit mehreren Jahren arbeitet Artus an dieser Theater-Trilogie über die Wanderung des Menschen seit den Zeiten des verlorengegangenen Paradieses. Dieser Abend ist nicht schlicht ein Stück. Es ist ein Spektakel, mit allen Sinnen zu genießen. Die Besucher sollen nicht nur schauen, sie sollen wandeln durch diesen Abend, essen, trinken, miteinander ein besonderes Ereignis teilen.

Am Anfang wird man noch die klassische Theatersituation vorfinden, hier die Zuschauer, da die Bühne. Seltsam barocke Kostüme, ein Musikerquartett und Videoprojektionen. Auch die Zuschauer sind auf der Bühne – ihre Porträts und ihre Stimmen, vor Beginn aufgenommen. Und ein Maler, der den Ablauf der Szenen bestimmt. Alles kreist um die Symbolik des Aufbrechens, des Widerstands gegen das Hergebrachte, des sich auf die Reise Begebens. Grotesker Tanz vermischt sich mit philosophischen Sentenzen, der Aufstand gegen Gott erscheint als seine absurde Vertreibung aus dem Paradies. Stelzenläufer und paradoxe Konstruktionen verwandeln die Bühne. Die Wanderung beginnt. Auch für den Zuschauer, der im zweiten Teil einen absolut dunklen Raum betreten wird – einen Raum der Symbole, des Magischen: Torwächter, der Mann mit Monitorkopf und das Märchen vom Licht. Es ist an jedem Einzelnen, diesem Geschehen mit einer winzigen Lampe Licht und Inspiration zu verleihen.

Noch offener gestaltet sich der dritte Teil dieses Abends. Ein mimisches Arrangement zwischen den flanierenden Zuschauern im ständigen Wechsel der Perspektive. »Es wird erzählt, dass vor langer Zeit neun Brücken existierten, auf welchen der Mensch in das Land der Wahrhaftigkeit gelangen konnte. Aber die Menschen leben und sterben, sie reden unglaublich viel, aber sie können nicht sagen, was sie denken. Sie lügen viel, am meisten gegenüber sich selbst … Nun sind acht Brücken bereits zerstört. Wer die neunte Brücke betritt, spricht kein Wort mehr. Menschen werden nicht an ihren Worten gemessen, sondern an ihren Taten.« (Artus-Material)

Die Künstlergruppe Artus – als Vereinigung bildender und darstellender Künstler – produziert seit 1991. Seit 1997 ist ein großes Fabrikgelände in Budapest ihre Heimat, das Artus-Studio. Von Anfang an arbeitet Artus in Kooperation mit internationalen Künstlern (so aus Österreich, Israel, der Schweiz oder Neuseeland) und war auf zahlreichen internationalen Festivals präsent. Die einzelnen Teile der »noah trilogy« entstanden in den Jahren 1996-99 und werden als Gesamtwerk erstmalig zur euro-scene Leipzig außerhalb Ungarns gezeigt.


Uraufführung: Frühjahr 1999 in Budapest

Internetseiten der Compagnie: www.artus.hu

Mit freundlicher Unterstützung durch die National Culture Foundation (NKA) of Hungary