09. Festival 1999

Hauptprogramm


Samstag 06. Nov. // 19.30 – 20.45 Uhr
Schauspielhaus

Compagnie Maguy Marin, Lyon


»Quoi qu'il en soit«

(»Wie dem auch sei«)

Quintett von Maguy Marin

Deutschlandpremiere



Choreografie:

Maguy Marin

Musik:

Denis Mariotte

Kostüme:

Candice Zastera

Bühnenbild und Lichtdesign:

Christian Toullec

Darsteller und Text:

Ulises Alvarez, Thierry Partaud, Ennio Sammarco, Marcelo Sepulveda, Adolfo Vargas

Übersetzer und Sprecher des deutschen Textes:

Michel Bugdahn



Fünf Männer, tolle Typen allesamt. Sie spielen auf Instrumenten, sie reden – zu sich selbst und zu dem anderen, und irgendwann tanzen sie dann auch. Ein Quintett, das es in sich hat.

»Quoi qu'il en soit« ist der dritte Teil einer Trilogie, bei der es sich um keine herkömmliche Trilogie handelt. Zwischen den Stücken besteht kein direkter Zusammenhang, sondern sie stellen vielmehr Analogien dar. »Pour ainsi dire« (»Sozusagen«) ist ein Trio für zwei Männer und eine Frau, »Vaille que vaille« (»So oder so«) ein Frauenquartett.

Das Männerquintett ist das eigenartigste und in seiner Ästhetik das interessanteste Stück. Jeder Teil der Trilogie scheint einen Aspekt unserer Existenz zu untersuchen, Aspekte, die etwa lauten könnten: »Das künstlerische Leben« (Trio), »Das private Leben« (Quartett) und »Das politische Leben« (Quintett).

Maguy Marin, 1951 in Toulouse geboren, gehört zu den bedeutendsten Choreografen unserer Zeit. Sie erhielt ihre Ausbildung ab 1970 auf der Mudra-Schule von Maurice Béjart in Brüssel und war Tänzerin in dessen damals weltberühmten »Ballett des XX. Jahrhundert«, ehe sie 1978 ihre eigene Compagnie gründete. Nachdem sie 16 Jahre lang das Centre choréographique in Créteil bei Paris geleitet hatte, arbeitet Maguy Marin seit 1998 in Rillieux-la-Pape bei Lyon. Sie schuf in rund 20 Jahren über 30 Werke.


»Marins Tänzer spielen mit dem Publikum, ironisch, ohne jedes Pathos, und dann für das Publikum, dem der Atem stockt, wenn die Angst vor den Rechten in Europa ein Gesicht, eine Bewegung bekommt... Maguy Marin und ihren Tänzer zu folgen, wie sie laut nachdenken über den Ort des Menschen und sein Verhältnis zur Kunst, zur Umwelt, zur Politik am Ende des 20. Jahrhunderts, gehört zu den eindrücklichsten Theatererfahrungen der letzten Zeit« (Wiebke Hüster, ballett international/tanz aktuell 3/99).


Uraufführung: 23.01.1999, Mulhouse

Produktion: Compagnie Maguy Marin, Rillieux-la-Pape / La Filature-Scène nationale, Mulhouse / Théâtre de la Ville, Paris

Das Gastspiel erfolgt mit freundlicher Unterstützung von AFFA – Association Française d’Action Artistique / Ministère des Affaires Etrangères, Paris, und den Instituts français, Leipzig und Berlin.