08. Festival 1998

Hauptprogramm


Freitag 13. Nov. // 19.30 – 21.00 Uhr
Samstag 14. Nov. // 17.00 – 18.30 Uhr
Neue Szene

Theater des Lachens, Frankfurt/Oder


»Dantons Tod«

Stück nach Georg Büchner



Text:

Georg Büchner

Stückfassung und Inszenierung:

Astrid Griesbach

Bühnenbild und Kostüme:

Marianne Hollenstein

Musik:

Hermann Naehring

Choreografie:

Dominique Efstratiou

Lichtdesign:

André Nowka

Darsteller:

Ralf Bockholdt, Thomas Jahn, Frank Panhans

Im Anschluss an beide Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch statt.
Moderation: Michael Freundt, Berlin – Leipzig



»Der Ritter, der Tod und der Teufel erzählen Büchners Stück. Sie sind sehr frech, lustig und zotig und scheinen dem mittelalterlichen Mysterienspiel oder dem Kaspertheater entsprungen. Sie streiten sich, welche Szene aus Büchners Stück gespielt und welche gestrichen werden müsste. Sie spielen Danton, Robespierre und Camille mit bösem und mit zartem Witz ... Theater wie dieses, ganz welthaltig und experimentell zugleich – das ist selten geworden« (Klaus Pfützner, Neues Deutschland, Berlin, 01.12.1997).


Karl Georg Büchner (1813-37) schuf in nur drei Jahren ein schmales Werk, das mit den Dramen »Woyzeck« und »Leonce und Lena« sowie der Erzählung »Lenz« wichtiger ist als viele andere. »Dantons Tod« stellt den tragisch scheiternden Revolutionär in den Mittelpunkt: Danton verzichtet resignierend auf eine Veränderung durch Handeln und stirbt als Opfer der Revolution, die er selbst betrieben hat.

Astrid Griesbach inszenierte das düstere Revolutionsstück als äußerst humorvolles Clownsspiel und reduzierte die ursprünglich rund 30 Rollen auf drei (hinreißende!) Darsteller. Revolutionäre Ideale gingen verloren, jetzt versucht man, sich gemütlich einzurichten in der neuen Gesellschaft. Der bittere Hintergrund des Stücks wurde mit scharfer Feder aus Büchners Text herausgeschält. Dieses Lachen unterhält und erschreckt zugleich, Assoziationen entstehen zu den Grimassen der Politik von heute.

Das »Theater des Lachens« (bis 1996 »Kleines Theater«) existiert in seiner jetzigen Form seit 1992 und gehört zu den besten professionellen freien Theatern in den neuen Bundesländern. Die Synthese zwischen Schauspiel und Puppenspiel ist ein wesentliches Element seiner Arbeit. Besonders erfolgreich waren die Produktionen »Kohlhaas« (nach Kleist, 1993), »Der Kirschgarten« (nach Tschechov, 1994) und »Peer Gynt« (nach Ibsen, 1995). Zahlreiche Gastspiele führten das Theater auf Festivals im In- und Ausland.


Premiere: 08.11.1997, Frankfurt/Oder

Produktion: Theater des Lachens, Frankfurt/Oder / Theater unterm Dach, Berlin