04. Festival 1994

Hauptprogramm


Samstag 26. Nov. // 19.00 – 21.30 Uhr
Oper Leipzig

(Beitrag der Oper Leipzig in eigener Auswahl)

Oper Leipzig


»Moses und Aaron«

Oper in drei Akten



Musik und Text:

Arnold Schönberg

Musikalische Leitung:

Georg Alexander Albrecht

Inszenierung:

George Tabori

Bühnenbild und Kostüme:

Gottfried Pilz

Choreinstudierung:

Anton Tremmel

Darsteller:

Matteo de Monti (Moses), Hans Aschenbach (Aron), Gertrud Hoffstedt/Hendrikje Wangemann (ein junges Mädchen), Annelott Damm (eine Kranke), Viktor Sawaley (ein junger Mann), Bernd-Michael Krause (der nackte Jüngling), Belá Perenc (ein anderer Mann), Jürgen Kurth (Ephraimit), Hidekazu Tsumaya (ein Priester), Marina Posselt, Hendrikje Wangemann/Gertrud Hoffstedt, Bettina Denner-Bruckner, Annette Markert (vier nackte Jungfrauen)

Chor der Oper Leipzig
Gewandhausorchester Leipzig



Der Tanz um das goldene Kalb steigert sich zur Orgie. Aron schuf es aus Opfergaben, um dem Volk ein Sinnbild göttlicher Existenz zu geben. Da steigt sein Bruder Moses vom Berg Sinai mit den Gesetzestafeln herab und zerstört wütend das Götzenbild. Er fordert den Glauben aufgrund einer Idee und des Denkens, nicht nach missdeutbaren Bildern.

In dieser Szene gipfelt der Zusammenprall zweier Lebensanschauungen. Die Oper »Moses und Aron« von Arnold Schönberg entstand vor allem in den Jahren 1930 bis 1932 und gehört zu den bedeutendsten Bühnenwerken des 20. Jahrhunderts. Sie blieb unvollendet: Zwar existiert das Libretto des dritten Aktes, nicht aber, von wenigen Skizzen abgesehen, die Musik – Problem und Herausforderung für jede Inszenierung. Erst nach Schönbergs Tod 1951 wurde das Werk szenisch uraufgeführt und seine dramatische Wucht auf Anhieb gefeiert.

Das musikalische Ideendrama Schönbergs geht auf verschiedene Quellen zurück, zu denen die fünf Bücher Mose des Alten Testaments und August Strindbergs Drama »Moses« gehören. Schönberg bekannte sich in seiner Oper zum Judentum. Dennoch kann das Werk nicht einfach religiös oder sakral bezeichnet werden, da es bewusst progressive Darstellungen und in seiner Mehrschichtigkeit stark verallgemeinernde Züge einschließt.

Erstmals kommt »Moses und Aron« auf die Leipziger Opernbühne, inszeniert von dem berühmten 8ojährigen Theatermann George Tabori. Nach dem Gastspiel des Burgtheaters Wien mit »Berichte für eine Akademie« nach Franz Kafka im vergangenen Jahr steht mit »Moses und Aron« zum zweiten Mal eine Produktion von Tabori auf dem Programm der euro-scene Leipzig.