02. Festival 1992

Hauptprogramm


Mittwoch 18. Nov. und Sonntag 21. Nov. // 22.00 Uhr
Ernst-Beyer-Haus (Poetisches Theater)

Las Rocosas, Barcelona


»Las Rocosas«

Eine Strecke emotionaler Bekenntnisse

Deutschlandpremiere



Choreografie und Tanz:

Pilar Maese, Victor Turull

Inszenierung:

Victor Turull

Musik:

Javier Navarrete, Brian Eno

Licht:

Germinal Ruiz



In einem kargen Raum, nur wenige Zentimeter über dem Boden, versuchen ein Mann und eine Frau das Gleichgewicht zu finden. Das Paar blickt auf eine gemeinsame Vergangenheit zurück und ringt nun um gegenseitige Anerkennung. Die Beziehung besteht aus Besitzanspruch, Ablehnung und Gewalttätigkeit. Doch dreimal unterbrechen Träume und Zärtlichkeit das Geschehen in immer anderer Raumverteilung und geben die Möglichkeit eines lichtvolleren, harmonischeren Sinnes der Partnerschaft.

Der spanische Tanz – das ist nicht nur Flamenco und die Habanera der Carmen. Das Land besitzt ein sehr weites Spektrum des modernen Tanztheaters, dessen Reichtum etwa mit dem Frankreichs und der Schweiz vergleichbar ist. Vor allem in Katalonien und seiner Hauptstadt Barcelona gibt es zahlreiche Tanztruppen, unter denen »Lanònima Imperial«, »Gelabert & Azzopardi«, »Mudances« und »Danat dansa« die bekanntesten unter den größeren Compagnien sind.

Doch auch mehrere Duos gehören entscheidend zur spanischen Tanzszene. Pilar Maese und Víctor Turull fanden 1989 zueinander und gründeten ihre kleine Compagnie »Las Rocosas«. Beide Künstler wurden in Barcelona geboren. Pilar Maese studierte klassischen Tanz, ehe sie sich verschiedene moderne Techniken aneignete und in mehreren Compagnien, z. B. »Mudances«, mitwirkte. Víctor Turull ist im modernen Tanz ausgebildet, betätigte sich als Schauspieler und Regisseur und spielte mehrfach in Film und Fernsehen.

»Las Rocosas« ist die erste gemeinsame Produktion von Maese und Turull und war in zahlreichen Städten des In- und Auslands zu sehen. Das Paar verarbeitet derzeit seine Forschungen auf dem Gebiet der afrikanischen Kultur in der neuen Inszenierung »Coloban, Coloban«.


»›Las Rocosas‹ ist ein interessantes und gut gebautes Duett, dessen gestische Sprache eine große Energie besitzt … Die Kraft des Fallens und die groben Gefühle, die von dem Tanz ausgehen, entspringen der vitalen Ästhetik einer radikalen Gegenwärtigkeit … ›Las Rocosas‹ ist eine intime Reise der Emotionen« (EI Pais, Madrid, 18.06.1990).